STADTRADLER-STAR Blog: Neuss im Rhein-Kreis Neuss


Treibhausgase und Bilanzen

Geschrieben am 14.07.2017 von Dr. Matthias Welpmann
Team: Rathaus-Team
Kommune: Neuss im Rhein-Kreis Neuss

Mit dem heutigen Tag endet der 21-tägige Aktionszeitraum in Neuss. Mein persönliches Ziel, täglich mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, habe ich zwar nicht ganz erreicht, da es in wenigen Fällen dann doch nötig war, auf den ÖPNV zurückzugreifen, um dienstliche Termine wahrnehmen zu können. Und zweimal habe ich wegen gewittriger Wetterlagen ausgesetzt, was für die Gesundheit im Einzelfall sicher auch günstiger sein kann, als das Risiko eines Blitzeinschlags einzugehen.
Theoretisch wären für mich in drei Wochen über 1.000 km möglich gewesen, ich bin aber mit meiner jecken Zahl von 777 km rundum zufrieden. Innerhalb meines ambitionierten Rathaus-Teams reicht das wohl für Platz 3, denn ein Kollege hat es tatsächlich geschafft, die 1.000er Marke zu knacken und eine Kollegin liegt Stand heute bereits bei über 800 km. Respekt und Anerkennung an dieser Stelle! Alle Teilehmerinnen und Teilnehmer werden wir zu einem späteren Zeitpunkt noch im Einzelnen würdigen.
Mir bleibt jetzt noch, in wenigen Worten meine ganz persönliche Bilanz der Aktion Stadtradeln vorzulegen:
1. Ich bin begeistert, dass wir es in Neuss direkt im ersten Jahr geschafft haben, über 120.000 km zusammenzuradeln und dass immerhin knapp 700 Menschen aktiv dabei waren. Selbstverständlich werde ich alles daransetzen, diese Zahlen im kommenden Jahr noch zu steigern.
2. Ich freue mich auch über mein hochaktives Rathaus-Team, das aktuell bei knapp 10.000 km liegt und damit voraussichtlich in der Teamwertung (absolute km) den zweiten Platz nach dem unschlagbaren Gymnasium Norf belegen wird.
3. Kommen wir zur persönlichen Treibhausgasbilanz: Ausweislich meines km-Buches auf der Stadtradeln-Seite habe ich 110,33 kg CO2 eingespart. Eine eindrucksvolle Zahl, die aber nicht stimmt, weil ich mangels eines eigenen Autos auch sonst nicht mit dem Auto zur Arbeit fahre. Mein Standardmodell auf dem Weg zur Arbeit besteht darin, dass ich täglich jeweils rund 5 km Rad fahre für die Wege zum und von den Bahnhöfen in Köln und Neuss und den Rest der Strecke per Bahn zurücklege. Für die Bilanz benötige ich also den CO2-Ausstoß für die Fahrt eines Regionalexpress von Köln nach Neuss. Dieser beträgt nach Angaben der DB typischerweise 2,3 kg pro Einzelfahrt. Jetzt ist es so, dass ich während des Aktionszeitraums insgesamt 22 Hin- und Rückfahrten mit der Bahn durch Radfahrten ersetzt habe. Demnach liegt meine persönliche Einsparbilanz bei 22 x 2,3 = 50,6 kg. Diese Zahl ist zwar jetzt nicht mehr ganz so eindrucksvoll, dafür aber wissenschaftlich exakt :-)
Ich freue mich schon auf das Stadtradeln 2018. Bis dahin werde ich zumindest im Sommerhalbjahr nochmal die ein oder andere Trainingseinheit auf dem Weg ins Büro einlegen. Alles Gute und einen schönen Sommer für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Stadtradeln 2017!

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Zweimal rund um den Globus

Geschrieben am 10.07.2017 von Dr. Matthias Welpmann
Team: Rathaus-Team
Kommune: Neuss im Rhein-Kreis Neuss

Die dritte Woche von Stadtradeln in Neuss läuft - und wir haben den Globus bereits zweimal umrundet! Ich bin zwar als Naturwissenschaftler immer skeptisch, wenn es um so griffige Vergleiche geht wie "soundsoviele Fußballfelder wurden durch das Projekt in Anspruch genommen" oder Ähnliches. Auch wird ja bisweilen argumentiert, eine bestimmte Anzahl von beispielsweise Lastwagen oder Autos ergebe hintereinander aufgereiht eine Strecke von hier bis zum Mond. Ob das die Anschaulichkeit erhöht, sei dahingestellt.
Da man aber heute als relativ viel herumkommender Mensch meines Erachtens durchaus ein Gefühl dafür hat, wie lang in etwa der Erdumfang in Höhe des Äquators ist, ist dieser Vergleich vielleicht gar nicht mal schlecht. Vor allem, wenn man die Anstrengung und möglicherweise sogar die Schmerzen kennt, die insbesondere mit längeren Strecken auf dem Rad verbunden sind, und hier reden wir ja jeweils nur von Bruchteilen eine Erdumfangs. Das heißt, zweimal rund um die Erde ist eine verdammt lange Strecke! Und die Stadtradlerinnen und Stadtradler aus Neuss haben es zum Stand heute, 16:20 Uhr, bereits geschafft, insgesamt 2,24 mal die Länge des Äquators abzuradeln. Respekt!
Wir sind jetzt also in der dritten und letzten Aktionswoche und ich bin sehr gespannt, wie viele Kilometer unsere gemeinsame Radelaktion von aktuell 654 Aktiven noch zusammenbringen wird. Reicht es gar noch für die dreifache Erdumrundung? Und wer macht in meinem eigenen Team das Rennen? Hier gibt es derzeit noch ein spannendes Rennen um die ersten drei Plätze, mehr wird noch nicht verraten...
Ich wünsche jedenfalls allen Radaktiven in Neuss noch viereinhalb super Radeltage bis Freitag :-)

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Über die Tour de France zur rollenden Teambesprechung

Bild Geschrieben am 06.07.2017 von Dr. Matthias Welpmann
Team: Rathaus-Team
Kommune: Neuss im Rhein-Kreis Neuss

Tag 13 des Stadtradelns in Neuss und mein insgesamt neunter Tag mit einer Fahrt zur Arbeit: Zeit für eine Zwischenbilanz.
Am vergangenen Wochenende rollte die Tour de France zunächst durch Düsseldorf und am Sonntag dann auch durch Neuss. Beim Einzelzeitfahren am Samstag hatten die Fahrer bei Dauerregen mit widrigen Verhältnissen zu kämpfen und es kam auf regennasser Straße zu einer Reihe von teilweise schweren Stürzen. Nach meinen eigenen Erfahrungen vom vergangenen Mittwoch (siehe letzter Blogeintrag) war meine Anteilnahme und auch mein Respekt für die teilweise irrwitzigen Fahrleistungen der Fahrer vor allem in den engen Kurven nur umso größer.
Am Sonntag kam dann der große Tag, auf den die Stadt Neuss monatelang hingearbeitet hatte: Die Durchfahrt des Fahrerfeldes mitten durch die Stadt, vorbei an Hafen, Kehlturm und Landestheater sowie über die von der jährlichen Tour de Neuss her bekannte Kaiser-Friedrich-Straße. An dieser Stelle sei nur erwähnt, dass dieses wohl auf lange Zeit einmalige Ereignis für die Stadt bei weitgehend trockenem Wetter absolut reibungslos ablief, dass die Stimmung überall an der Strecke sehr gut war und dass neben der leistungssportlichen und auch kommerziellen Dimension dieses weltweit wahrgenommenen Ereignisses wohl auch das Thema Radfahren an sich stärker wahrgenommen wurde als sonst. Das lag unter anderem natürlich an der Kombination des Stadtradeln-Zeitraums mit der Tour de France, aber vielleicht auch am sympathischen Auftritt des Neusser Sängers Maxim Noise mit seinem Song Bikeoholiker oder an dem zeitgleich stattfindenden Niederrheinischen Radwandertag. In jedem Fall ging es am Montag nach der Tour wieder weiter mit meinen täglichen Radexkursionen von Köln nach Neuss und umgekehrt.
Am heutigen Donnerstag haben wir erfolgreich ein möglicherweise neues Format in die Radlerszene eingeführt: Die rollende Teambesprechung! Um das tägliche Alleinradeln etwas aufzulockern, konnte ich die Neusser Klimaschutzmanagerin Rebecca Hartmann und Georg Heumüller, Abteilungsleiter Umwelt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, für eine gemeinsame Fahrt zur Arbeit gewinnen. Während der Fahrt konnte bei angenehmem Reisetempo schon einmal das ein oder andere berufliche Thema erledigt werden, bevor wir überhaupt im Rathaus angekommen waren. In Bild 1 ist unsere kleine Gruppe unmittelbar an der Stadtgrenze Köln-Dormagen zu sehen. Bei Bild 2 haben wir soeben den Ort unserer Klima- und Umweltschutzaktivitäten, Neuss, erreicht. Ich kann dieses Format als Alternative zu stundenlangen Sitzungen am Tisch nur herzlich empfehlen!

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Drei Tage Radeln

Bild Geschrieben am 29.06.2017 von Dr. Matthias Welpmann
Team: Rathaus-Team
Kommune: Neuss im Rhein-Kreis Neuss

Nachdem ich den Aktionsstart am Wochenende wegen einer Familienfeier radfahrtechnisch eher ruhig habe angehen lassen, ging es dann am Montagmorgen direkt los. Lesen Sie mehr über meine ersten drei Tage auf dem Weg zur Arbeit und was dabei so passiert ist:
1. Tag: Montag, 7:00 Uhr. Die Sonne scheint von einem nur leicht bewölkten Himmel, es ist angenehme 20 °C warm und nennenswerten Wind gibt es auch nicht. Also perfekte Bedingungen für meine 35 km-Fahrt aus der Kölner Innenstadt zum Neusser Rathaus. Die Strecke führt zunächst diverse Kilometer über die Neusser Straße, so dass die Zielrichtung der Fahrt schon von der ersten Minute an klar ist. Bild 1 zeigt mein rotes Rennrad unmittelbar am Startpunkt.
Die Fahrt durch den Kölner Norden und Dormagen geht flott voran und überraschend schnell gleiten schon die Neusser Ortsteile Uedesheim, Grimlinghausen und Gnadenthal vorbei. Die Innenstadt erreiche ich durch das historische Obertor und schon kommt das Neusser Rathaus in Sicht. Ziel erreicht!
Die Rückfahrt am selben Tag läuft ebenfalls gut, allerdings stellen sich etwa auf der Hälfte der Strecke die ersten ernsthaften Ermüdungserscheinungen in den Beinen ein. Ich schalte also eine Gang herunter und fahre in lockerem Feierabendtempo weiter nach Hause.
2. Tag: Ähnliches Wetter wie am Montag. In lockerem Tempo fahre ich morgens nach Neuss und erledige tagsüber noch dienstliche Termine mit meinem Alltagsrad. Bei der Rückfahrt nach Köln stelle ich fest, dass ich einen Anschlusstermin nicht pünktlich erreichen werde und schalte deshalb für die Teilstrecke Dormagen-Köln eine Fahrt mit dem Regionalexpress dazwischen. Da ich abends noch für private Termine insgesamt 14 km unterwegs bin, erreiche ich für den zweiten Tag wieder insgesamt 70 Radkilometer, wie schon am ersten Tag.
3. Tag: Der Mittwoch beginnt um 6:15 Uhr mit einem Blick aus dem Fenster und der ersten ernsthaften Prüfung meiner Selbst-Motivationsfähigkeit. Es regnet in Strömen und gegen 6:30 Uhr erreichen die Niederschläge eine Intensität, die von Engländern wohl mit „It rains cats and dogs“ umschrieben würde. Unter normalen Umständen würde ich bei diesen Bedingungen ohne Not nicht einmal drei Kilometer Rad fahren, aber gleichzeitig spüre ich, dass meine Existenz als temporärer Stadtradler-Star selbstverständlich nicht mit normalen Umständen gleichgesetzt werden kann.
Nach dem belebenden morgendlichen Espresso sehe ich dann klarer und checke erst einmal das Regenradar. Und siehe da: Das Starkregenfeld zieht im Radarfilm zügig nach Nordosten ab, so das in Kürze mit einem Ende des Regens zu rechnen ist. Ich starte also einfach ein paar Minuten später als sonst und rolle gegen 7:30 Uhr aus der Stadt heraus nach Norden. Die Straßen sind zwar nass, aber Regenwolken sind weit und breit nicht mehr zu sehen.
Nach einer unspektakulären Fahrt durch Köln und Dormagen erreiche ich um kurz vor 9:00 Uhr den Kreisverkehr zwischen Uedesheim und Grimlinghausen. Und hier passiert es dann: Mitten in der Kurvenfahrt merke ich plötzlich, dass die Reibung zwischen meinen Reifen und der regennassen Straße rapide abnimmt und ich dadurch ein mehr oder minder elegantes, ungeplantes Brems- und Rutschmanöver hinlege. Dies endet darin, dass mein Hinterrad unsanft die Fahrbahnbegrenzung aus Beton touchiert und – Peng! Mein Hinterradschlauch hat sich soeben explosionsartig verabschiedet. Ansonsten sind Fahrer und Fahrrad völlig unverletzt bzw. unbeschädigt.
Jetzt stehe ich also mit einem nicht mehr fahrfähigen (Fahr-)Rad im Neusser Süden und habe als unverbesserlicher Optimist natürlich weder Werkzeug noch einen Ersatzschlauch dabei (Bild 2 zeigt die Lage vor Ort). Relativ schnell wird mir deshalb klar, dass hier nur der Fahrradhändler meines Vertrauens in Gnadenthal, selbst Stadtradeln-Teilnehmer, helfen kann. Und so trete ich einen gut 30-minütigen Fußmarsch in die Werkstatt an. Einziger Trost: Der Fahrradcomputer läuft weiter und somit werden auch diese mit mindestens doppelter Kraftanstrengung erzielten Kilometer erfasst. Im Fahrradgeschäft angekommen, wird mir dort ebenso freundlich wie professionell und vor allem sehr schnell weitergeholfen, so dass ich noch mit einer erträglichen Verzögerung das Rathaus erreiche. Fazit: Bei Regen langsam fahren und immer einen Reserveschlauch dabei haben.
Der ereignisreiche dritte Tag geht schließlich mit einem Höhepunkt der Stadtradeln-Aktion in Neuss zu Ende, denn um 18:00 Uhr trifft der Stadtradeln-Botschafter Rainer Fumpfei vor dem Neusser Rathaus ein. Hier wird er von Bürgermeister Reiner Breuer, der Neusser Klimaschutzmanagerin Rebecca Hartmann, dem ADFC-Sprecher Heribert Adamsky und mir begrüßt. Herr Fumpfei berichtet von seiner Tour quer durch Deutschland, die in der Stadt Norden in Ostfriesland am 19.06.17 startete und am 11.07.17 in Jena enden wird. Er weist dabei darauf hin, dass vor allem die flachen Landstriche in Norddeutschland, wie z.B. rund um Norden, selbst massiv vom Klimawandel und einem steigenden Meeresspiegel betroffen sein werden und dass wir auch deshalb unsere Anstrengungen für den Klimaschutz vor allem auch für unsere Nachkommen deutlich verstärken müssen. „Wir brauchen heute 100 Prozent Klimaschutz, 30 Prozent reichen nicht mehr“, bringt Fumpfei die Sache auf den Punkt.
Um 18:30 Uhr startet schließlich unter Führung von Heribert Adamsky eine gemeinsame Feierabendtour mit gut fünfzehn Radlerinnen und Radlern in Richtung Dormagen, dem Etappenziel von Fumpfei für den Tag. Ich radle mit bis Uedesheim und drehe dann ab – heute Abend bleibe ich für eine planmäßige Ruhepause in Neuss.

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Prolog zum Stadtradeln: Fahrradsternfahrt nach Köln

Bild Geschrieben am 20.06.2017 von Dr. Matthias Welpmann
Team: Rathaus-Team
Kommune: Neuss im Rhein-Kreis Neuss

Am 18.06.2017 radelte eine Delegation von Radlerinnen und Radlern aus dem Rhein Kreis Neuss nach Köln, um an der dortigen Fahrrad-Sternfahrt teilzunehmen. Insgesamt kamen so aus allen Himmelsrichtungen rund 2.500 Radfahrerinnen und Radfahrer zusammen, die nach ein paar Runden durch die Kölner Innenstadt schließlich in Deutz eintrafen, wo der Tag des Guten Lebens gefeiert wurde.
Ich traf die Neusser Gruppe in Chorweiler und radelte von dort aus mit. Mit dabei war Heribert Adamsky, Sprecher der ADFC Ortsgruppe Neuss.
Fazit: Die Tour mit über 2.000 anderen Radlern war ein gutes Vorbereitungstraining für das am 24.06.2017 in Neuss startende Stadtradeln und machte sehr schön deutlich, welche Bewegungsformen in Städten möglich sind, wenn auch breite Autostraßen einmal ausschließlich von Zweirädern genutzt werden. Radfahren im Kollektiv macht noch einmal mehr Spaß als allein.

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