Mit dem Rad zur Arbeit

Bild Geschrieben am 16.07.2020 von Christoph Gießing
Team: Förderkreis Schule und Jugend Oberbeuren & Freunde
Kommune: Kaufbeuren

Eine tolle Sache ist für mich (auch außerhalb des Stadtradelns) das Fahrradfahren zur Arbeit. Es macht unglaublich fit und einfach Spaß. Es beugt Krankheitstagen vor, ist pure Entschleunigung und gleichzeitig Umweltschutz. Morgens frische Luft tanken, im Sonnenaufgang den Körper aktivieren, dann duschen und energiegeladen in den Tag starten ist toll! Und insgeheim freue ich mich nach der Ankunft schon wieder auf die Heimfahrt. Für die Strecke zu meiner Arbeit brauche ich je nach Windstärke und -richtung 45 bis 55 Minuten. Ich arbeite im gut 22 km entfernten Buchloe. Bis heute bin ich in 2020 gut 80x mit dem Rad zur Arbeit geradelt, was in Summe etwa 3.600km ergibt.

Ich starte bei uns im Neubaugebiet am Kaiserweiher und fahre den Krankenhausberg hinunter. Die Ampel am Ende der Straße ist meist rot, so dass ich dort kurz stoppen muss. Problematisch ist gelegentlich, dass der Sensor der Ampel scheinbar nicht immer einen wartenden Radfahrer erkennt. Oft ist es so, dass ich über den Haltestreifen rolle, sodass sich ein nach mir befindliches Auto in den Sensorbereich der Ampel bewegt, um diese auszulösen. Ist die Ampel dann auf grün, geht es auf der Mindelheimer Straße weiter in Richtung Norden. Auf Höhe des Lidls wechsel ich dynamisch auf den Fuß- und Radweg, welchen ich erst kurz vor Leinau wieder verlasse, weil er dort kurz nach der Wertachbrücke endet. Im Gegensatz zur B16, zu welcher ich auf diesem Radweg parallel fahre, ist es ab dort ziemlich verkehrsarm. Ich fahre weiter nach Pforzen, im Anschluss über den Radweg nach Zellerberg. Hier ist eine relativ kritische Ausfahrt, aus der oft Autos aus der Bahnunterführung kommend - trotz dem Stoppschild - bis auf den Radweg vorfahren und darauf stehenbleiben. Es gibt auch viele Autofahrer die am Stoppschild stehenbleiben und mich durchwinken (Vielen Dank an dieser Stelle!), dennoch ist es besser das Tempo an dieser Stelle etwas rauszunehmen. In Zellerberg radel ich eine Abkürzung durch diverse Nebenstraßen in Richtung Beckstetten. Von dem Hang, den man anschließend hinunter fährt, hat man bei klarem Himmel einen tollen Ausblick auf die Alpen und den morgendlichen Berufsverkehr auf der B12, welchen ich mit meiner Radfahrt entlaste. Auf der darauf folgenden langen Geraden fährt man circa 2 km parallel zu den Bahngleisen durch den Wald und über freies Feld. Auch hier ist selten ein Auto zu sehen - öfter kommen einem andere Radfahrer entgegen. Im Anschluss fahre ich Richtung Weinhausen, weiter durch Lindenberg nach Buchloe.

An meinen Arbeitsplatz angekommen erwartet mich ein großer überdachter, videoüberwachter und abschließbarer Fahrradparkplatz. Die Stellplätze sind mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, aber alles top gepflegt und ordentlich in Schuss. Ich teile mir die Stellplätze mit rund 70 meiner Kollegen, die ebenfalls mit dem Rad zur Arbeit fahren, großteils direkt aus Buchloe oder näherer Umgebung. Bevor ich meine Arbeit beginne, gehe ich duschen und ziehe mich um - dann kann es voller Energie losgehen!

Ich bin Ganzjahres- und Allwetter-Radler. Dies bedeutet, man benötigt entsprechendes Material, Bekleidung und Willensstärke für die Fahrten. Kann man Wartungen, Reparaturen und vorbeugende Instandhaltungen selbst durchführen, spart man viel Zeit und auch Reparaturkosten, zudem lernt man sich selbst zu helfen und sein Rad besser kennen. Gleichzeitig führt das dauerhafte Radfahren zu einer drastischen Reduktion der Lebenshaltungskosten, sofern man damit ein Auto ersetzen kann.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass das Radeln während allen Jahreszeiten und Wetterlagen dazu führt, dass man sich sehr naturverbunden fühlt. Man entwickelt eine Ehrfurcht vor den Naturgewalten. Schön ist jedes Mal auf ein Neues, dass man die Natur in den unterschiedlichen Jahreszeiten mit allen Sinnen wahrnimmt. Die kalte Luft im Winter, das (auf)Blühen der Natur im Frühling, die warme Luft und die Energie der Sonne im Sommer und die Stimmung des Herbstes, mit dem Geruch der fallenden Blätter.

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