Normal müsst geh'n

Geschrieben am 06.07.2020 von Daniel Kietz
Team: RADhaus
Kommune: Riegel am Kaiserstuhl im Landkreis Emmendingen

erster Arbeitstag im Radelleben:
drohend hängen noch die Regenwolken am Himmel, aber für eine ersten Außentermin sollte das Wetter halten. Normalerweise wäre ich mit dem Auto in Fahrgemeinschaft mit meinem Vorgänger nach Endingen gefahren. Geht ja aber jetzt nicht mehr. Erfreulicherweise nimmt auch Markus Jablonski das Fahrrad und so radeln wir doppelt CO2-frei los. Mit null Minuten Pause zum krawattenpflichtigen Folgetermin um 10h in Riegel ist mein Kalender tatsächlich noch nicht radoptimiert. Ich bin deshalb schon mal im Anzug auf dem Rad unterwegs und muss vor dem zweiten Termin zurück in Riegel erst mal Schweiß wischen. Da es heute nicht so heiß ist, geht es aber ganz gut.
Am Nachmittag steht ein ziemlich wichtiger Termin mit mehreren Teilnehmern in Freiburg auf dem Programm. Da Riegel über eine gute Zuganbindung verfügt, müsste das ja gehen. Auch mein Rechnungsamtsleiter nimmt an dem Termin teil, er entscheidet spontan: ich fahre mit dem Zug auch mit -> schon die zweite Doppeleinsparung heute - das ist ja schon mal ein guter Tag. Stellt sich nur noch die Frage, ob mit der S1 über Gottenheim oder mit dem Fahrrad nach Riegel-Malterdingen und dann mit der Rheintalbahn nach Freiburg. Da sich die S1 in den vergangenen Wochen durchaus als Pünktlichkeitskiller hervorgetan hat, fällt die Entscheidung auf die Rheintalbahn. Da kann man ja gleich mal die tollen neuen Züge mit WLAN ausprobieren. Gesagt, getan, der Zug ist pünktlich.
Aber was dann folgt, kann mit Fug und Recht als Zwangsdisqualifikation für den Radel-Star bezeichnet werden: in Emmendingen bleibt der Zug wegen Personen im Gleis stehen, fährt nicht meht weiter und kehrt nach Offenburg um!! Noch 30 Minuten bis zum Termin.
Was nun? Termin absagen: völlig unmöglich. Umkehren: geht nicht. Fahrrad ausleihen: dauert zu lange. Bleibt nur eins: Taxi. Eigentlich ein Grund zur Disqualifikation. Aber zählt ein Sammeltaxi nicht auch als öffentliches Verkehrsmittel? Dumm nur, dass man aufgrund Corona nur zu zweit ins Taxi darf. Ich beschließe mal, dass mein Amtsleiter und ich die Anforderungen an ein gefülltes Sammeltaxi erfüllen und hoffe auf die Gnade des Stadtradeln-Video-Schiris. Vielleicht trägt zur Begnadigung auch die 45€ Strafe (ääh: Taxigebühr) bei.
Auf jeden Fall schaffen wir den Termin gerade noch so. Auf dem Heimweg habe ich den familiären Auftrag zu erfüllen, am Bahnhof noch ein Regiokartenjahresticket zu besorgen, und das umsonst gekaufte Hinfahrtticket ist ja auch noch zu reklamieren. Aber Herr Murphy läuft heute zur Hochform auf: der Zug, der uns in den Feierabend bringen soll, ist tatsächlich pünktlich und nur durch einen Sprint am Bahnhof kann noch legal ein Ticket am Automaten gelöst werden. Auf die Unpünktlichkeit der Bahn ist halt auch kein Verlass mehr ;-)
Immerhin kamen mit vielen kleineren Fahrten heute 18km auf den Tacho.
Fazit des Tages: um es mit den Worten von Klaus Spürkel zu sagen: NORMAL MÜSSTS GEHN

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