STADTRADELN-Star Blog: München


Umzug innerhalb Münchens mit dem Fahrrad

Bild Geschrieben am 25.10.2020 von Marco Junghans
Team: Offenes Team - München
Kommune: München

Nachdem ich letzte Woche über meine Erfahrung mit dem „E-Lasten-3-Rad“ eines Baumarktes berichtet und geschrieben hatte, man könnte damit wohl auch einen kleineren Umzug machen, habe ich mir selber einen Floh ins Ohr gesetzt.
Mein neues Projekt: den bevorstehenden Umzug eines 4-Personenhaushaltes in München so weit wie möglich mit dem Fahrrad zu bewerkstelligen.
Die Ausgangssituation ist günstig: die beiden Wohnungen liegen nur circa 6 km auseinander und wir können an der neuen Adresse, bis die derzeitigen Mieter ausgezogen sind, bereits Kisten im Keller einlagern. Außerdem besitzen wir bereits einen Kindertransportanhänger in den gestapelt 2 Umzugskisten reinpassen.
Ich möchte für den Selbstversuch auch die verschiedenen Angebote in München testen. Bisher konnte ich recherchieren, dass es das Lastenrad Daniel (www.lastenrad-muenchen.de) vom adfc kostenlos zum Ausleihen gibt. Es steht momentan bei der Werkstatt R 18 (www.werkstattr18.de) in Moosach. Mit diesem Rad und dem Kinderanhänger konnte ich immerhin 5 Umzugskisten pro Fahrt transportieren.
Ein weiteres Lastenrad zum kostenlosen Verleih bietet das EineWeltHaus (www.einewelthaus.de) in München an. Über das Lastenrad eines Baumarktes hatte ich in meinem letzten Blogeintrag berichtet.
Geplant sind jetzt noch Tests mit einem einspurigen Lastenrad (Bullitt) und einem professionellen Transportanhänger von hinterher (www.hinterher.com).

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Brauche ich in München ein eigenes Auto?

Bild Geschrieben am 15.10.2020 von Marco Junghans
Team: Offenes Team - München
Kommune: München

Im Jahr 2001 war mein Auto schon alt und hatte mir oftmals durch kostspielige Reparaturen Probleme bereitet. Ich benutzte es nur noch selten, da ich die ewige Parkplatzsuche leid geworden war. Und die meisten Orte konnte ich mit dem Rad oder dem ÖPNV gut erreichen.
Nachdem ich das Auto also abgeschafft hatte, fragte ich mich immer wieder, wann und ob ich mir wieder eines kaufen würde. Ich dachte mir, spätestens wenn ich Kinder haben würde, dann bräuchte ich wieder ein Familienauto. Das sagten doch alle, die Kinder hatten.

Dann war meine Frau mit unserem ersten Kind schwanger und ich überlegte, welches Auto es denn werden sollte. Auf jeden Fall ein Kombi mit viel Platz für Kinderwagen und Familienreisen. Doch irgendwie schob ich die Entscheidung auf und dachte mir: „Erst mal abwarten.“ Wir bekamen von meinen Eltern einen Kinderanhänger für das Fahrrad geschenkt. Für die Urlaube hatten wir das Glück, das Familien-Wohnmobil nutzen zu dürfen. Und wenn wir den Rest der Familie bei Augsburg besuchten, nahmen wir den Zug oder holten uns, falls wir viel zu transportieren hatten, ein CarSharing Auto von Stattauto.

Dann kam einige Jahre später das zweite Kind und ich überlegte mal wieder, ob wir denn jetzt ein Auto brauchen würden. Aber auch diesmal stellte sich heraus, dass wir es genauso wenig, wie beim ersten Kind benötigten. Über das Jahr verteilt brauchten wir im Schnitt dreimal ein Auto. Da hätte sich ein eigenes Auto überhaupt nicht gelohnt.
Und wie ist das, wenn wir mal was Größeres transportieren müssen. Zum Beispiel etwas zum Wertstoffhof bringen? Oder zu einem Möbelhaus fahren? Carsharing war bisher immer die Lösung.
Anfang dieses Jahres haben wir unsere alte schwere Latex-Matratze (2 m x 1,6 m) gegen eine neue ausgetauscht. Zusammengerollt passte die alte Matratze tatsächlich hochkant in den Fahrradanhänger, so dass ich sie ohne Probleme die 3 km zum Wertstoffhof fahren konnte.

Neulich ist dann auch noch unsere 12 Jahre alte Spülmaschine kaputt gegangen und eine Reparatur lohnte leider nicht mehr.
Eigentlich wollte ich sie bei Lieferung der neuen abholen lassen, was aber aufgrund von Corona nicht möglich war. Also dachten wir an einen Freund, der einen VW-Bus hat. Doch dann sah ich zufällig in einem Baumarkt in unserer Nähe, das Angebot für dort gekaufte Artikel ein E-Lasten-Dreirad mit einer Zuladung von 200 kg für 3 Stunden kostenlos leihen zu können. Ich rief bei dem Baumarkt an und ließ mir das Fahrrad für den gleichen Tag reservieren, fuhr mit meinem Rad hin, kaufte ein paar Dinge, die ich sowieso benötigte und lieh mir das Rad.
Das fahren mit dem Lasten-Dreirad war erst mal sehr gewöhnungsbedürftig. Nach ein paar hundert Metern ging es dann aber schon ganz normal zu fahren. Ich brachte also die Einkäufe nach Hause und lud unsere alte Spülmaschine in den Transportkasten. Eine Viertelstunde später war ich die alte Spülmaschine beim nahe gelegenen Wertstoffhof los geworden und war wieder auf dem Rückweg zum Baumarkt um das Leihrad abzuliefern.

Der Transportkasten ist derart groß, dass man damit sicher auch einen kleineren Umzug mit ein paar Fahrten bewältigen könnte.
Für mich persönlich ist die Frage nach dem eigenen Auto in München damit abschließend geklärt. Ich benötige definitiv keines. :-)


P.S.
Dies ist mein persönlicher Erfahrungsbericht. Andere mögen ihre Gründe haben, warum sie in der Stadt unbedingt ein Auto benötigen, aber ich könnte mir auch vorstellen, dass es vielen so ähnlich wie mir gehen könnte.

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Mehr Platz fürs Rad - auch über die Pandemie hinaus

Bild Geschrieben am 06.10.2020 von Marco Junghans
Team: Offenes Team - München
Kommune: München

Seit Juni gibt es die Pop-Up-Bikelanes in München. Sie bieten mehr Platz für Rad und auch für Menschen auf den dann weiteren Gehwegen. Ein gutes Beispiel ist die Strecke zwischen dem Isartor und der Orleansstraße. Vom Altstadtring geht es dank der neuen geschützten Radspuren problemlos fast durchgehend auf einem sehr breiten Weg nach Haidhausen.

Endlich können auch Fahrradfahrerin und Fahrradfahrer, die seit Corona erfreulicherweise um ein Fünftel mehr geworden sind, genug Abstand halten. Damit schützen wir uns alle in Corona-Zeiten gegenseitig und nehmen Rücksicht auf die Gesundheit der anderen. Gleichzeitig wird durch die breiteren Spuren ein Überholen möglich auch etwa von breiteren Lastenrädern oder Kinderanhängern - alle können so ihre Geschwindigkeit fahren.
Das ist schon eine Vorahnung auf die stadtweite Umsetzung des Radentscheid: 2025 soll es überall einen Radweg von mindestens 2,30 m Breite an viel befahrenen Straßen geben, so dass das Fahren angenehmer und sicherer für alle wird.
Und auch, wenn mehr Leute unterwegs sind: Auf dem Rad ist es trotzdem sehr angenehm, alle können Abstand halten. Ich persönlich wünsche mir sehr, dass wir bald in ganz München so breite Wege haben, nicht nur während Pandemiezeiten, sondern dass wir generell viel mehr auf Infrastruktur setzen, die ein soziales und nachhaltiges Vorankommen möglich macht.

Dann mal ab aufs Rad! ;-)

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Mit dem Lastenrad im Herzen Münchens

Bild Geschrieben am 06.10.2020 von Caspar Plautz
Team: Offenes Team - München
Kommune: München

Seit nunmehr knapp 2 Jahren haben wir es geschafft unsere Einkäufe fast ausschließlich mit dem Lastenrad zu tätigen. Wir, das ist das Team von Caspar Plautz, einem kleinen Kartoffel-Imbiss auf dem Münchner Viktualienmarkt. Neben möglichst nachhaltigen Produkten war uns von Anfang an wichtig auch unserer Mobilität ohne KfZ zu organisieren. Die Arbeitswege funktionieren einfach mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß, doch bis wir eine optimale Lösung für den Warentransport gefunden haben, hat es ein wenig gedauert. Mittlerweile haben wir ein Long-John Lastenrad mit E-Antrieb mit dem wir sämtliche Einkäufe tätigen. Mindestens einmal pro Woche macht sich einer von uns damit zu den Münchner Markthallen auf, um regionale Erzeugnisse in der Gärtnerhalle für unsere Gerichte zu kaufen. Das spezielle daran in München: der Großmarkt liegt nur 15 Fahrradminuten vom Viktualienmarkt (und somit dem Stadtzentrum) entfernt. Außerdem gibt es mindestens eine wöchentliche Fahrt zum Gastronomie-Großmarkt im Münchner Osten – auch hier maximal 15 Minuten und beide Strecken sind im Münchner Berufsverkehr mit dem Fahrrad definitiv schneller zu meistern als mit dem KfZ.

Die Einkaufsfahrten machen wir abwechselnd und lockern letztlich unseren Arbeitsalltag. Teilweise streiten wir uns fast, wer morgens noch über den Großmarkt radeln darf, um frisches Gemüse zu kaufen. In den ersten Wochen wurde unser Lastenrad auf dem Großmarkt durchaus interessiert beäugt, mittlerweile wird es aber (auch wenn es weiterhin eine absolute Seltenheit darstellt) durchaus als Transportmittel anerkannt. Wir haben den Aufbau auf dem Long-John selbst gebaut und haben somit Platz für 6 bis maximal 10 Gemüse- oder Metzgerkisten. Das schaffen nur wenige Kofferräume von Kleinwägen…

Die Stadt München hat in den vergangenen Jahren sichtlich etwas für den Radverkehr getan und trotzdem gibt es noch einige Stellen (vor allem in der Innenstadt), an denen noch deutlich mehr getan werden muss. Zum einen sind die Radwege oftmals nicht breit genug, zum anderen ist der Verkehrsstrom für den motorisierten Individualverkehr meist offensichtlich priorisiert.

Wir sind sehr für weniger motorisierten Individualverkehr in der Innenstadt und eine verstärkte Fortsetzung des Ausbaus der Radinfrastruktur!

Die schwierige Anfangszeit von Corona konnten wir ebenfalls mit Hilfe von Lastenrädern gut überbrücken: unser Ladengeschäft haben wir aus Sicherheitsgründen für einige Wochen geschlossen und stattdessen einen wöchentlichen Lieferdienst mit der Unterstützung von Freunden ins Leben gerufen. Jeden Freitag waren dann vier bis sechs Lastenräder mit unseren Produkten in München unterwegs und haben unsere Kunden mit unseren Essenspaketen versorgt.

www.casparplautz.de

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