STADTRADELN-Star Blog: Speyer


Gefahr auf dem Schulweg

Geschrieben am 19.09.2018 von Hans Wels
Team: Umweltradler
Kommune: Speyer

Liebe Stadtradler,
ein drastischer Vergleich, aber am Ende bleibt großes Zittern um unsere Kinder. Als ich die vier B 9 Zubringer auf dem Radweg Dudenhofen-Speyer, wie ein gejagtes Wild überqueren musste – von vier Seiten schossen die Autos heran – fiel mir der damalige Schrecken meiner Mutter ein.
Bei der chaotischen Auflösung der Wehrmacht 1945 warfen die Soldaten ihre Munition einfach in die Gegend. Jugendliche hatten ihren Spaß beim Auffinden. Auch mein älterer Bruder brachte seine „Schätze“ mit nachhause: MG-Patronengurte, Handgranaten und anderes hochexplosives Zeug. Den Schrei meiner Mutter habe ich noch im Ohr. Wir hatten Glück. Es ist nichts passiert.
Wissen die Kinder von heute auch nicht, wie gefährlich der Schulweg ist, wenn sie nach Speyer die B 9 Zubringer überqueren müssen? Nämlich auf einem Radweg, der an der unübersichtlichsten Stelle hinter einer Biegung verläuft. Zwischen Fahrzeugen, die hier bereits zur B 9 beschleunigen und Ausfahrende noch ihre Reise-Geschwindigkeit haben. Nicht alle hatten Glück. Verletzte Radfahrer gab es schon.
Dabei könnte der Radwegübergang entschärft werden, wie es in anderen Städten seit Jahren Praxis ist. Der Radler wird gesehen und bleibt vom rechts abbiegenden Verkehr unbehelligt.
Kein Wunder, dass Eltern aus Angst, das Fahrrad für den gefahrvollen Schulweg verbieten und lieber ihr Kind sicher mit dem Auto zur Schule fahren. Dazu braucht die Familie einen Zweitwagen. Der verstopft zusätzlich die Straßen und es kommt zu dem unheilvollen Verkehrschaos vor den Schulen. Es wird Zeit, dass Entscheider, zugunsten der boomenden Fahrräder und E-Bikes endlich im 21. Jahrhundert ankommen.
Doppelt gefährlich stürzen sich Radler auch noch von der falschen Seite in diese bedrohlichen Kreuzungen.
Solche Linksradler riskieren übersehen zu werden. Auch verbotenes Fahren auf dem Bürgersteig oder Überqueren bei Rotlicht ist beängstigend. Passiert etwas, hat der Radfahrer neben seinem Schaden auch noch schlechte Karten vor Gericht. Und dass viel passiert, kann man jeden Morgen in der Zeitung lesen.
Gut wäre, zur eigene Sicherheit einen Rückspiegel an der Lenkstange zu haben. Ohne den Hals zu verrenken hast du den Straßenverkehr von hinten im Blick, kannst dich in einem Engpass breitmachen, ehe ein überholendes Auto dir zu nahekommt.
Ich wünsche Euch beim Stadtradeln eine gute Platzierung und noch viele sichere Radkilometer durch Speyer.
Euer Hans

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Motor aus für den Klimaschutz

Geschrieben am 10.09.2018 von Hans Wels
Team: Umweltradler
Kommune: Speyer

Liebe Stadtradler*innen und Radfreund*innen!
Wiederum wurde von Radunfällen berichtet, wieder wegen Kopfsturz und durch „Übersehen“. Meinen Rat, auf dem Fahrrad, sich in ein leuchtfarbenes Wäschestück zu hüllen und zu Behelmen, wird fast täglich in den Medien bestätigt. Gebt dem sicheren Radfahren eine Chance! Denn wer sich ohne diesen Selbstschutz in unser dichtes Verkehrsgetümmel wagt, handelt unverantwortlich! Man kann doch beides daheim immer griffbereit an die Lenkstange hängen.
Es gibt aber noch mehr unverständliche Dinge, die mir beim Radeln durch die Stadt auffallen. Wieso muss ich mein Rad über den 2,50 Meter breiten Schipkapass schieben (Bahnüberweg von der Josef-Schmitt-Straße zur Bahnhofstraße), obwohl man zu Dritt bequem nebeneinander Platz hat? Dagegen aber an der Kreuzung Iggelheimer-/Kurt-Schumacher-Straße geradelt werden darf, obwohl die neue Radspur auf nur einen knappen Meter beschränkt wurde. Und das bei zahlreich entgegen kommenden Fußgängern und Radfahrern? Ach ja, hier ist der LBM zuständig und am Schipkapass die Bahn. Und wer ist für die Radfahrer zuständig?
Ein Spitzengespräch scheint hier vordringlich! Bei dem Reden mit der Bahn, könnte gleich geklärt werden, warum am Schipkapass die Büsche nicht zurück geschnitten werden und warum am Bahnübergang Schützenstraße die Hinweisschilder: „Motor aus“ abmontiert wurden. Oft muss man gefühlte zehn Minuten auf den Zug und Gegenzug warten. Dann kommt auch noch ein Güterzug dazwischen. Manche lassen ihre Motoren weiter tuckern. Schlimm ist das bei Kleinkrafträdern. Die stinken, nebeln und knattern alle Wartenden rücksichtslos ein. Auf die Bitte, abzuschalten, stößt man meist auf totales Unverständnis oder die Ausrede, „springt nicht wieder an!“. Vorher konnte man einfach mit einer Handbewegung auf das Motor-aus-Schild verweisen. Die neuen Schilder wären sicher auch ein guter Beitrag für den Klimaschutz.
Schon wäre ich bei der nächsten Frage: Wieso werden in Zeiten, wo alle vom Klimaschutz sprechen und boomender E-Bike-Umsätze, solche stinkenden „Huddeln“ immer noch ohne Abgasfilter geduldet?
Nun noch ein zeitsparender ADFC-Fahrradtipp: Will man bei Grün mitschwimmen, dürfen Radfahrer einen benutzungspflichtigen Radweg auch verlassen, um direkt links abzubiegen (rote Linie). Unbedingt dabei aber auf den Geradeaus-Verkehr achten, der hat nämlich Vorfahrt! Beim indirekten Abbiegen (blaue Linie) leuchtet die Ampel meist rot. Hinzu kommt, dass ich an der neuen „berühmten“ Iggelheimer Straßenkreuzung mein schweres E-Bike über sechs Zentimeter hohe Bordsteine schleppen muss. Hier wurde nämlich der Radübergang vergessen oder radfeindlich nicht gewollt! Dabei ist das Fahrrad eine Alternative gegen das rohe Blech, was unseren öffentlichen Raum immer mehr verstopft. Runter vom Radweg empfehle ich aber nur ganz sicheren, „unübersehbar“ bekleideten und behelmten Radlern, die auch undiszipliniertes Hupen ertragen.
Ich wünsche Euch viele Radkilometer für Speyer zu erstrampeln, aber unfallfrei! Deswegen immer mit Augenkontakt und gerecktem Arm anzeigen, wo Ihr hin wollt.
Euer „gelber“ Hans

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Gelb ist das Zeichen von giftig!

Bild Geschrieben am 06.09.2018 von Hans Wels
Team: Umweltradler
Kommune: Speyer

Liebe Mitradler*Innen
Gelb ist das Zeichen von giftig!
Machen deswegen Verkehrsteilnehmer beim Überholen einen großen Bogen um mich und überlassen mir oft die Vorfahrt? Auch viele Autofahrer stoppen links und rechts, wenn ich auf der B 39, die B 9 überfahre. Denn ich bin eine schrecklich gelbleuchtende Gestalt auf dem Fahrrad und mich übersieht man nicht, das beruhigt!
So auch in der Schützenstraße, wo ich nach Öffnen des Bahnübergangs links in die Holzstraße will. Da lässt mich der Gegenverkehr nach Blickkontakt nicht lange warten. Während rechts an mir der Verkehr vorbei zieht, erhalte ich schnell mein Schlupfloch nach links und bin weg. Voraussetzung ist, dass ich vorm geschlossenen Schlagbaum bereits unübersehbar „giftig“ in der Mitte stehe. Nach Öffnen dann mit Rundumblick und weit ausgestrecktem linken Arm konsequent zeige, wo ich hin will.
Traurig muss ich dabei beobachten, dass die ganz links vorm Schlagbaum Stehenden nach Öffnen mit dem Gegenverkehr kollidieren. Und die ganz rechts, in eine Wartefalle geraten, bis sich der überholende und entgegen kommende Verkehr total verflüchtigt hat. Daher gehören die ganz rechts aufgemalten Abbiegepfeile in die Straßenmitte!
Nicht nachahmenswert ist, vor Autos auf den Bürgersteig zu flüchten und dabei auch noch einen Kopfsturz riskieren (siehe Zeitungsbericht in der Rheinpfalz, Speyerer Ausgabe vom 30. August). Dieses Fehlverhalten lässt sich ständig in der Gilgenstraße beobachten. Dabei riskieren Radler Zusammenstöße mit Passanten und werden kaum erwischt. Bei einem Unfall drohen aber hohe Strafen. Also lieber mit gelber Warnweste auf der verkehrsreicher Gilgenstraße bleiben, den rückwärtigen Verkehr beobachten, einen Meter weg vom Bordstein radeln und Bedrängler ausbremsen. Nach der Straßenverkehrsordnung haben wir Radler nämlich Anspruch auf eine Sicherheitsbreite von 3,30 Metern, mit Anhänger sogar 3,80 Meter.
Dieser Sicherheitszone kannst Du aber nur vertrauen, wenn man Dich sieht (siehe oben).
Übrigen, nach der Statistik hätte obige Kopfsturzverletzung überhaupt nicht passieren dürfen! Bei einem Radsturz komme es vernachlässigbar nur ganz selten zu Kopfstürzen, wie mich ein Sturzhelmverächter kürzlich überzeugen wollte. Welch' ein Trost für den Betroffenen! Ich möchte keine seltene Ausnahme von der Statistik sein! Bedenkt, dass ein Knochenschaden wieder schnell heilt, aber ein Gehirnschaden vielleicht nie.
Liebe Mitradler/innen, benutzt deshalb auf dem Rad grundsätzlich eine „giftige“ Warnweste gegen Übersehen und einen Helm für alle Fälle!
Ich wünsche Euch viele unfallfreie Stadtradelkilometer!
Euer Hans

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