STADTRADELN-Star Blog: Bühl


Kommt Zeit - kommt Rad!

Geschrieben am 22.05.2018 von Sirko Lehmann
Team: Offenes Team - Bühl
Kommune: Bühl

Die dritte Maiwoche bringt wettermäßig so ziemlich alles aufs Tableau: Kälte, Regen, Nebel, Sonne, Schwüle, Gewitter. Regenbekleidung war jeden Tag im Gepäck – und auch oft in Gebrauch. Wobei ich um die heftigsten Gewitterschauer drum herum gekommen bin. Bei Gewitter soll man ohnehin nicht radeln.
Montag, 14. Mai. Eisheiliger St. Bonifatius: Novemberstimmung. Radeln im Nieselregen. Aber es gibt Schlimmeres.
Dienstag: Abschluss der Eisheiligen mit „Waschküche“. Dampfig, neblig, dunstig. Dazu Neumond und dicht bewölkt – im Ergebnis stockfinster am Morgen. Leider gilt das auch für einige Radfahrer: ohne Beleuchtung unterwegs! Was auch bei mir nur Kopfschütteln auslöst. Die sind „kamikazeartig“ unter-wegs: radelnde Organspender? Dabei gilt doch: sehen – und gesehen werden!
Am Dienstag wieder zwei Gerichtstermine: in Achern und Bühl. Zeitlich dieses Mal keine Eile und dank Fahrradmitnahme im Zug zügiges Hin und Her. Zur Belohnung bessert sich das Wetter im Tagesver-lauf. Das Bühler Freibad öffnet. Habe die Badesachen dabei. Aber es ist kein Badewetter. Die Eröff-nung der Freibadsaison verschiebe ich kurzerhand. Denn aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufge-hoben.
Der Mittwoch ist Aprilwetter-Tag im Mai. Morgens dunstig; der Schwarzwald nur schemenhaft zu er-kennen. Petrus ist mir hold: Kaum sitze ich im Bus, öffnet der Himmel seine Schleusen. Abends genieße ich die frische Luft nach dem Regen. Dazu sind die Radwegränder zum Teil endlich gemäht worden. Kein „Dschungel-Feeling“ mehr und irrer Duft vom frischem Gras.
Donnerstag wieder „Waschküchen-Morgen“. Die Luft ist feucht. Nebelschwaden ziehen durchs Rheintal. Kein schlechtes Omen. Und es wird tatsächlich besser. Am Nachmittag zum Krankenbesuch ins Bühler Spital. Da ich noch was in der Robert-Koch-Straße zu erledigen habe, nehme ich die Strecke. Es wird ein Slalom-Radeln. Die Straße an beiden Seiten zugeparkt. Dazu der fließende Verkehr. Ich fühle mich nicht ganz wohl in meiner Haut. Und ich frage mich, warum bei der Fahrbahnsanierung, die noch nicht lange her ist, keine Seitenstreifen für Radfahrer, wie in der Hauptstraße, angelegt wurden?! Auf dem Rückweg nehme ich die traditionelle Strecke durch den Bannweg, wobei mir hier auffällt, dass der früher vorhandene Radfahrseitenstreifen hier entfernt wurde! Das verstehe, wer will.
Freitagmorgen: kalt und klar. Bodennebelschwaden. Dazu ein glutroter Sonnenaufgang über dem Schwarzwald. Verheißungsvoller Start. Doch die Ernüchterung kommt gleich: Ich muss heute Vormit-tag nach Baden-Baden zum Amtsgericht. Und vor neun ist keine Fahrradmitnahme in der Stadtbahn möglich; noch nicht einmal kostenpflichtig. Kurzes Innehalten: Die Sonne lacht, ich auch. Also mit dem Rad nach BAD! Die Belohnung ist ein Frühlingsmorgen wie aus dem Bilderbuch!
Pfingstwochenende. Am Samstag mit ÖPNV nach Lahr zur Landesgartenschau. Es lohnt sich. Und Lob den Organisatoren dort. Es gibt einen Busshuttle-Verkehr vom Bahnhof zum Gartenschaugelän-de. Dazu vergünstigter Eintritt bei Anreise mit dem ÖPNV. Und am Haupteingang viele Fahrradpark-plätze, sogar abschließbare Fahrradboxen! Ach ja: Die Gartenschau selbst ist eine Augenweide. Man kann dort locker einen ganzen Tag verbringen; es gibt viel zu entdecken und zu bestaunen.
Sonntag ist Ruhetag. Auch das Wetter scheint das zu denken. Wolkenverhangen, keine Sonne, am Nachmittag Schauer.
Pfingstmontag ist traditionell Deutscher Mühlentag. Als Tagesziel auserwählt: Die Rohrhirschmühle in Altschweier. Gut mit dem Rad zu erreichen. Kombiniert mit einer Ortenau-Radtour. Die Tochter mault zwar erst, ist aber schlussendlich begeistert. Auch wenn wir unterwegs mal kurz nass geworden sind. Das tut der Stimmung keinen Abbruch. Und die Mühle ist eine „Schatzkiste“: Lob Herrn Venz und sei-nem Förderverein! Das war ein wunderbarer Abschluss des Pfingstwochenendes.
Von der Fauna habe ich viel berichtet. Aber nicht zu vergessen die Tierwelt! Was konnte ich alles bestaunen: Rehe (Bock, Ricke und Kitze), Fuchs, Hase, Kaninchen, Schwäne, Wildenten, Nilgänse, Störche, Fasane, sogar einmal ein Rotte Wildschweine im Morgengrauen. Und die streunenden Katzen und Gassigeher möchte ich auch nicht unerwähnt lassen.
Mein Motto ist und bleibt: Fahrrad = Fahr Rad!
Und wie oft summe ich beim Radeln die Hymne der Radfahrer von den „Prinzen“ („Mein Fahrrad“ von 1991), wobei es der Refrain auf den Punkt bringt: „Nur Genießer fahren Fahrrad und sind immer schneller da!“

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Jahreszeiten im Mai

Geschrieben am 15.05.2018 von Sirko Lehmann
Team: Offenes Team - Bühl
Kommune: Bühl

Die zweite Maiwoche zeigt sich zunächst von ihrer Sonnenseite. Frühsommer.
Die Woche beginnt mit einem Termin in Baden-Baden. Kein Problem, erstens wegen des Wetters und zweitens dank der Fahrradmitnahme im Zug. Ab Bahnhof Baden-Oos radle ich gemütlich die Oos ent-lang bis zum Behördenzentrum in der Weststadt, wo auch Amts- und Landgericht ihren Sitz haben. Herrlich. Die Erinnerung an die Schulzeit wird wach, Mörike lässt grüßen. Ja – „Er ist’s“:
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
— Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!

Da vergisst man fast, dass man zum Gericht fährt, weil die Leute sich streiten …
Am Dienstag fahre ich zu einem Vor-Ort-Termin ins Rebland. Politisch gehört Varnhalt nach Baden-Baden, telefonvorwahlmäßig zu Bühl. Letzteres scheint mir korrekt zu sein; gerade aus Radfahrersicht. Wieder das volle Frühlingsprogramm: frühlingsbunt, sonnengelb, farbigfroh, blütentrunken – glücks-versunken.
Am Mittwochvormittag schlägt die Stunde des Kombinierers. Nein, nicht die Nordische Kombination, sondern die Kombination von Radfahren und ÖPNV. Erst ein „Heimspiel“ am Bühler Amtsgericht um 9 Uhr. Anschließend direkt von dort mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Fahrrad geparkt, ich rein in Bahn und Bus Richtung Oberkirch. Punktlandung. 11 Uhr Sitzungsbeginn. Geschafft. Und um 13 Uhr wieder zurück in Bühl. Der Nahverkehr ist besser als sein Ruf! Probieren Sie es aus!
Das Himmelfahrtswochenende wird zum Heimatbesuch genutzt. Dank BahnCard 50 kann ich spontan ein Ticket lösen und starten; kein Sparpreis, keine Zugbindung. Freie Fahrt für freie Bürger. Aber so angenehm die Reise mit dem ICE auch ist, das Radfahrerherz blutet, weil die Fahrradmitnahme im selbst ernannten Flaggschiff der Bahn (noch?) nicht möglich ist! Das verstehe, wer will. Draußen am Waggon wirbt die Bahn in grünen Lettern: „Das ist grün. Unterwegs mit Ökostrom.“ Im Zug Flyer zum Thema Nachhaltiges Reisen. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Vielleicht sollte die Deutsche Bahn öfter mal zum Nachbarn rüberschauen: Der TGV nimmt nämlich Fahrräder mit.
Früher nutzte ich „VW“ (= Vaters Wagen), heute Vaters Drahtesel. Ähnlich wie er in die Jahre gekom-men. Aber immerhin mit Gangschaltung. Sodass tatsächlich ein Fortkommen war. Zum Kaffeeklatsch mit der Schulfreundin in den Nachbarort geradelt. Was auch dort ein großes Hallo auslöste. Denn Deutschland ist nicht nur das Land der Dichter und Denker, sondern auch der Lenker. Wobei hier die Autolobby sich auf die Schultern klopfen darf. Leider.
Radfahrer sind doch die ärmsten Menschen: Die müssen sogar Luft pumpen …
Wettermäßig war die Reise gen Nord- und Mitteldeutschland ein Volltreffer: Denn außer kleineren Ge-wittern abends am Himmelfahrtstag war es ein Frühsommerwochenende. Bis zum Sonntag. Bei 26,5 Grad Celsius wieder in den ICE gestiegen; proppevoll. „Sitzplatz“ im Gang. Einmal mehr: Das Leben genießen in vollen Zügen.
Der Wetterschock kam bei der Ankunft am frühen Sonntagabend in Mittelbaden: Novemberstimmung. Nebel, nasskalt. Verkehrte Wetterwelt. Fazit: Die Eisheiligen, ich meine jetzt nicht Nestle, Schöller, Langnese & Co., sind dieses Jahr relativ pünktlich. Zumindest im Südwesten.

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Alles neu macht der Mai!

Geschrieben am 14.05.2018 von Sirko Lehmann
Team: Offenes Team - Bühl
Kommune: Bühl

Der Mai 2018 startet kühl, aber trocken. So kann der Maiausflug durchs Hanauerland stattfin-den. Einkehrmöglichkeiten gibt es genug, da fast in jedem Ort ein „Hock“ ist, was ein Stück badischer Kultur- und Lebensqualität darstellt, was ich auch als Neigschmeggder zu schätzen weiß… Der Radler trinkt in dem Fall dann auch meist nur Radler! ;-)
Die Nachwirkungen des 1. Mai spürte ich nicht im Kopf (siehe Getränk), sondern auf den Radwegen. Am Morgen des 02.05. musste ich einige Scherben umkurven, was im Morgen-dämmern kein leichtes Unterfangen war. Einerseits bin ich froh, dass die zechenden Zeitge-nossen nicht ins Auto steigen, anderseits sollten sie bei der Benutzung von Rad-und Fußwe-gen keine solch „scharfen Spuren“ hinterlassen. Ein echtes Ärgernis. Einziger Trost an die-sem Maimorgen war das Vogelkonzert. Aber die Konzentration galt voll dem Teer …
Der 3. Mai begann mit einer Überraschung: Allen WetterApps zum Trotz regnete es leicht! Das schockt den Radler aber nicht, da er erstens gewappnet ist mit Regencape, und er zwei-tens den Mairegen genießt, denn der soll ja bekanntlich Wunder bewirken ...
Im Laufe des Tages besserte sich die Wetterlage. Die Fahrt ins „Froschbächle“ zu gewissen Discountern stand an. Um dort dann auch in der Schlange zu stehen … Die Pkw-Parkplätze waren gut gefüllt; an den Fahrradständern parkte ein einsames Rad – meins. Bleibt mir die traurige Erkenntnis, dass Einkaufen fahren mit dem Rad sich nicht so schnell durchsetzen wird.
Der Mai steigert sich wettermäßig von Tag zu Tag. Man möchte meinen, dass 2018 der Früh-ling ausfällt, weil die Natur gleich von Winter zum Sommer durchstartet. Einziger Wermuts-tropfen war die letzten Tage der kräftige Ostwind. Gegenwind ist der natürliche Feind des Radlers – nicht Regen! Da habe ich mal einen kurzen Moment daran gedacht, dass ein E-Bike doch keine schlechte Erfindung ist. Schlussendlich siegte dann doch wieder der E-Radler in mir (= Ehrlicher Radler)!
Morgens sehr schön zurzeit: Im Osten Sonnenaufgang, Glutröte hinterm Schwarzwald – wäh-rend am westlichen Firmament der abnehmende Mond zu bewundern ist. Dazu die explodie-rende Pflanzenwelt! Der Mai ist eben doch der gefährlichste Monat: Der Salat schießt und die Bäume schlagen aus …
Samstag – Markttag in Bühl. Die Sonne lachte, die Menschen strahlten mit ihr um die Wette. Von Frühjahrsmüdigkeit keine Spur; nirgends. Die Satteltaschen gefüllt mit dem Wochenend-einkauf (siehe Fotos). Der „Packesel“ gehört eben auch zum Radfahrerleben.
Als Heimfahrtroute den Waldhägenich gewählt – ein richtige Entscheidung. Da erschließt sich einem, was es bedeutet, sich am Busen der Natur zu laben!
Der Sonntagsauflug, am „Tag des deutschen Fertigbaus“ (Typisch deutsch. Der musste noch kreiert werden!), führte zu eben einem solchen überregional bekannten Fertighaushersteller in Rheinau, der zu einem Tag der offenen Tür einlud. Mit buntem Rahmenprogramm. Dazu passte dann das Wetter, was zu einem erhöhten Besucheraufkommen führte. Mit der Folge, dass dort ein mittleres Verkehrschaos sich Bahn brach. Die örtliche Freiwillige Feuerwehr spielte Parkleitsystem. Gut so. Und noch besser, dass sie alle Radfahrer durchwinkte, damit diese bis in den Haupteingangsbereich fahren konnten. Dort angekommen, war ich doch po-sitiv überrascht, wie viele Fahrräder dort abgestellt waren. Respekt. Beim Anblick dachte ich spontan an das Lied von Katie Melua „There are nine million bicycles“ … Schön, wenn wir auf dem Weg dahin sind. Das Klima, die Natur und nachfolgende Generationen werden es uns danken.

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