STADTRADELN-Star Blog: Wedel im Kreis Pinneberg


Wie baut man ein Rad?

Bild Geschrieben am 16.06.2018 von Sven Kamin
Team: Stadt Wedel
Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

Wie baut man ein Rad?
Du brauchst Kreise die sich schliessen
Den richtigen Rahmen
Einen festen Lenker 
Einen guten Weg 
Eine richtige Richtung
Ein kleines bisschen Zeit zum Geniessen 
Einen stabilen Sitz im Sattel
Und die Kraft, im richtigen Moment für die richtige Sache einzutreten. 
Das ists, was es braucht. 
Das ist es und reicht 

Keinen Tank
Kein Navi
Keine Diesel Injektion
Kein Brennstoffzellen Motor
Keine Tanke
Kein Kerosin. ‎
Kein Gate, um zu warten
Deine Sensorik:
Nase und Ohren die Haut und die Haerchen im Wind.
Das ists, was es braucht. 
Das ist es und reicht. 

(auf der Strecke. Anfang Juni 2018)

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E-Omma (E-Bike im Sommer)

Bild Geschrieben am 16.06.2018 von Sven Kamin
Team: Stadt Wedel
Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

(zu einem fluffigen Regga-E-Beat)

Jeden Morgen, vorm ersten Sonnenschein,
geht Omma in ihre Garage rein,
Nimmt ihr Rad, und um schneller am Ziel zu sein,
LEGT OMMA DEN AKKU in ihr E-BIKE EIN

Omma macht gern Radtour’n aber ungern allein,
Und darum reiht sie sich bisweilen in ne Radgruppe ein,
Doch selbst durchtrainierte Rennradler bringt sie zum Wein’n
Denn mit 400 Watt tritt sie in die Pedale rein.

Akku Akku, Omma ist jetzt e-mobil
AKku Akku, Jetzt bleibt ihr Puls stabil,
Akku Akku Tempo 40 ist nicht viel
Akku Akku immer erste im Ziel

Refrain:
Ey, komm’ma, wir fahren einfach ans Meer
Ey, womm’ma, nich mal der Sonne hinterher
Ey, somm’a, nicht einfach mal entspannter sein
Ey, Omma, stell das Rad weg, Zeit entspannt zu sein.

Omma, seit sie das E-Bike hat
Hat sie der Ehrgeiz gepackt
Omma haengt alle ab 
Omma solang der Akku Power hat

Omma kann mich mal, zur Verzweiflung bringen,
Mir die Lust daran nehm’n, mich in den Sattel zu schwingen
Wenn ich das Rad in den Bergen vom See an schieb,
Hält Omma locker Tempo 30 mit dem E-Antrieb

Egal wie stark du bist, Omma hängt dich ab
Egal wie hart du bist, Omma hängt dich ab
Egal wie geil du bist, Omma hängt dich ab
Egal wie steil es ist, Omma hängt dich ab

Refrain:
Ey, komm’ma, wir fahren einfach ans Meer
Ey, womm’ma, nich mal der Sonne hinterher
Ey, somm’a, nicht einfach mal entspannter sein
Ey, Omma, stell das Rad weg, Zeit entspannt zu sein.

Jetzt hat Omma ganz verbissen
70 Meilen abgerissen 
Hat den Gipfel passiert
Und den Strand planiert

Omma Omma jetzt zieht sie eine Schneise
Ruiniert Wanderwege verbiegt Eisenbahngleise
Wenn Omma kommt werden Rocker leise
Und wuenschen Omma kleinlaut nur gute Reise.

Omma Omma hat den Punch in der Wade
Omma Omma kennt keine Gnade
Omma Omma futtert E-Schokolade
Omma Omma is ne Bike-Granate

Refrain:
Ey, komm’ma, wir fahren einfach ans Meer
Ey, womm’ma, nich mal der Sonne hinterher
Ey, somm’a, nicht einfach mal entspannter sein
Ey, Omma, stell das Rad weg, Zeit entspannt zu sein.

Omma kann Autobahn, Deichverteidigungsweg,
Omma kan Hafenstraße, Hafensteg,
Omma brackert überall, da brennen die Reifen,
Omma ist so krass, die nutzt Radangebotsstreifen

Omma macht sich nützlich, da wo Antrieb gebraucht wird,
Omma gibt Feuer, wo etwas geraucht wird,
Omma hilft dem Bauern dabei Mais zu hächseln,
Omma mit dem E-Bike kann man nicht verwechseln.

Du bist Omma, wie du dich bewegst in deim Outfit
Omma, einzigartig unglaublich,
Omma, du weißt dass du übertrieben
Omma bist, warum bist du nicht geblieben.

Refrain:
Ey, komm’ma, wir fahren einfach ans Meer
Ey, womm’ma, nich mal der Sonne hinterher
Ey, somm’a, nicht einfach mal entspannter sein
Ey, Omma, stell das Rad weg, Zeit entspannt zu sein.

(Wedel, 16.6.2018)

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Die Speiche II

Bild Geschrieben am 16.06.2018 von Sven Kamin
Team: Stadt Wedel
Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

Kurz bevor sie brach, sagte plötzlich laut vernehmbar die Speiche,
dass es ihr jetzt nun wirklich reiche,
Das Leben der Speiche sei immer das gleiche.
Das Leben der Speiche sei immer das gleiche.
Auch das Leben der Speiche, so sagte die Speiche, erreiche bisweilen durchaus Grenzbereiche, aber das, so die Speiche, nur über ihre Leiche.
“Ich geb dir das Gleiche, Ich geb dir das Gleiche.
Jetzt gehts auf die harte Tour, nicht auf die Weiche.”
Und dann brach sie, die Speiche.
Und schon kam Bewegung in den Apparat.
Nicht viel, aber merklich, eher sanft zwar als hart.
Doch für unsere Speiche war diese Evolution
Nicht viel weniger als eine Revolution.
Dieses sanfte Geeier durch die beginnende Acht,
hat der Speiche durchaus doch auch Freude gemacht.
Nicht mehr gespannt hing sie einfach nur rum,
hing gerade zwar noch, denn sie war ja nicht krumm,
aber sie hing halt, und das war das Ding halt,
und jeder sagt bring bald,
das Rad in die Reparatur,
sonst riskierst du ja nur,
dass durch das nun höh’re
Gewicht, das auf den andern nun lastet,
bald die nächste noch bricht,
und das will man ja nicht.
Dieses Argument sticht.
Auf mittlere Sicht.
Doch bis es soweit ist, ist der Bruch im Ergebnis
ein riesen Erlebnis für die Speiche im Rad,
weil sie durch rhythmisches Schleifen,
des Mantels am Rahmen, nun sowas
wie einen Musikgenuss hat.
Fahr ich beispielsweise schneller,
wird das Licht nicht nur heller,
sondern schneller und heller wird auch das Geräusch.
und da ist es doch klar, dass ich jemanden enttäusch,
wenn dieses Geräusch plötzlich abgestellt würde.
Denn dann wär das Leben der Speiche
plötzlich wieder das gleiche.
“Und damit ich das erreiche,
bräuchte ich ja erst gar nicht zu brechen.”
Sagte die Speiche und nahm fürderhin wieder Abstand vom Sprechen.

(Wedel, 15.6.2018)

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Ode: Rad an Fahrer

Bild Geschrieben am 14.06.2018 von Sven Kamin
Team: Stadt Wedel
Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

Der DuODE zweiter Teil:

Vielleicht gibt es bessere als dich.
Du bist in die Jahre gekommen.
Du bist echt zu schwer,
und auch zu breit.
Aber nicht gut aufgepumpt.
Ein bisschen zu laut,
wenn du dich quietschend in Bewegung setzt.
Ist das da Rost?
Aber du bringst mich ans Ziel.
Mit dir entdecke ich neue Wege.
Ich mag deinen altmodischen Charme.
Deine Laufruhe.
Bergab bist du klasse -
Bergauf eher nicht so.
Aber zusammen schaffen wir das.
Seit so vielen Jahren.
Und ich freu mich auf die nächsten Abenteuer.
Mit dir.

(Wedel, 14.6.2018)

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Ode: Fahrer an Rad

Bild Geschrieben am 14.06.2018 von Sven Kamin
Team: Stadt Wedel
Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

Vielleicht gibt es bessere als dich.
Du bist in die Jahre gekommen.
Du bist echt zu schwer,
und auch zu breit.
Aber nicht gut aufgepumpt.
Ein bisschen zu laut,
wenn du dich quietschend in Bewegung setzt.
Ist das da Rost?
Aber du bringst mich ans Ziel.
Mit dir entdecke ich neue Wege.
Ich mag deinen altmodischen Charme.
Deine Laufruhe.
Bergab bist du klasse -
Bergauf eher nicht so.
Aber zusammen schaffen wir das.
Seit so vielen Jahren.
Und ich freu mich auf die nächsten Abenteuer.
Mit dir.

(Wedel, 13.6.2018)

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Tolken-Würme an der Schetlinger Hanze

Bild Geschrieben am 13.06.2018 von Sven Kamin
Team: Stadt Wedel
Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

(für L. Samström, in Demut)

Tolken würmen sich am Horizont,
Basgrüschel wiegen sich im Bind
Und schnurbotell wiehen die Zolken wen Gesten.

Die Schetlinger Hanze
hohnt auf dem Trügel
wie es einst die Tikinger waten.
In Baithahu in Heswig-Schlolstein
vor den Horen Tamburgs
nur neiter wörtlich, viel neiter wörtlich.

Schwer tritt der Puß ins Fedal.
Wegen-Gind
Wegen-Gind
Der Schwahrer fitzt, der Schwahrer fitzt,
Doch er vommt nicht koran.
Reiß schwinnt von seiner Stirn
und er sehnt sich nach Wückenrind, nach Wückenrind.
und nach pinkem Himmel
doch der ist sicht in Nicht.
Jetzt erreicht er die Keich-Drone
Und schon tollt er in die Riefe,
Well wie der Schnind.

Da kassiert die Patastrophe:
Ihm versagt die Brücktritt-Remse
DIE BRÜCKTRITT-REMSE!!!!!!!
und die Steschwindigkeit geigt.
Die Steschwindigkeit geigt, schnasend rell,
Da! Das Gaf-Schatter!!!
Es rähert sich nasch!
Die letzte Chance: Die Flettungs-Röte
mit der Klarn-Wingel!
Er weiß:
Mit der Klöte fingeln
Mit der Klöte fingeln
ICH MUSS MEINE KLÖTE FINGELN!
Und so fingelt er der Klöte
Doch das Tor neicht wicht
Ein letztes Fingeln mit der Klöte
da schacht es kron.

Und nun riegt er auf dem Lücken
die Junktions-Facke fängt in Hetzen
und er harrt in den Stimmel

und Tolken Würme über ihm an der Schetlinger Hanze
Das ist noch einmal gut gegangen
Hein geschwappt.

(Schetlinger Hanze, 12.6.2018)

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Drei Wege

Bild Geschrieben am 12.06.2018 von Sven Kamin
Team: Stadt Wedel
Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

Einer nach rechts und einer nach links,
und der in der Mitte, das ist der dritte.

Der rechte ist eben, vor Winden geschützt,
Der hohe Deich wacht über ihn,
Wenn du ihn wählst, dann weißt du, er nützt,
dir, um ungestört die Kilometer zu ziehn.

Doch der Deich steht auch zwischen dir und dem Gewässer
Keine Chance auf den Blick auf den Fluss,
wer nüchtern nach vorn kommen will, fährt hier besser,
jeder andere nur, weil er muss

Einer nach rechts und einer nach links,
und der in der Mitte, das ist der dritte.

Der linke, der öffnet den Blick auf die Elbe,
Die Schafe, sie blöken vom Deich,
Keine Tour auf dieser Seite, ist jemals die selbe,
und oft ist sie noch nicht mal gleich.

Doch auf dieser Seite, da pack dich der Wind
und er zieht und zerrt an dir herum,
Ob gute Perspektiven stets alles sind,
fragst du dich und schaust dich um.

Einer nach rechts und einer nach links,
und der in der Mitte, das ist der dritte.

Und dann ist da noch dieser Weg durch die Mitte,
der ruckelt und schüttelt dich ab,
wenn du nicht vorsichtig bist, also achtung und bitte,
halt dich fest, sonst wird es schnell knapp.

Doch der Blick ist unschlagbar, und du bist ganz für dich,
denn diesen Weg, wählen meistens nicht viele.
Lieb das Rocken und Rollen und fürchte dich nicht,
und erreiche so auch deine Ziele.

(Wedel, 11.6.2018)

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Frost im Juni

Bild Geschrieben am 10.06.2018 von Sven Kamin
Team: Stadt Wedel
Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

Seine alte verwitterte Hand
Greift das stählerne Tor
Und für einen kurzen Moment,
Halten wir es gemeinsam fest.
In seiner anderen Hand glimmt eine Zigarette
Dünn gedreht und weder seine erste
noch seine letzte für heute,
Er riecht nach Alkohol und Nikotin.
Sein schmaler Bart ist an den Spitzen gelb,
Das Haar nicht nur heute ungewaschen...
Doch seine Augen blitzen freundlich auf.
"Achtung Möwen", sagt er
Als meine Hand das Tor freigibt
Und ich mit einem Gruß und Lächeln mich in den Sattel heben kann,
Weil er das schwere Gatter nun allein noch offen hält,
Lang genug um selbst noch durchzuschlüpfen,
Bevor es krachend zufällt
Als der Weg uns wieder trennt.

Und jetzt versteh' ich Robert Frost,
Wenn er vom Mauernflicken schreibt.
Und dass es manchmal eine Mauer ist,
Die uns zueinander treibt.

Es brauchte dieses Tor, das nun erneut zwischen uns steht,
Um uns für nur einen Moment,

  • Anstatt dass man stumm aneinander vorübergeht -
  • Zugleich zueinander zu bringen, wenn es uns auch trennt.

    Der Strand trennt das Wasser vom Land
    Um so beide zugleich zu verbinden,
    Doch bisweilen hilft doch genau das, was uns trennt,
    Einen Weg zueinander zu finden.

    Leg die Hand auf die Mauer, die zwischen uns steht,
    Greif das Tor, das den Weg uns versperrt,
    Lege dein Ohr an die Wand,

    Und vielleicht hörst du einen Herzschlag auf der anderen Seite,
    Mit dem deinem verbunden durch
    Hand, Wand und Hand.

    (Wedel, Fährmannssand, 9. Juni 2018)

    Bild

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    Weggelesen

    Bild Geschrieben am 08.06.2018 von Sven Kamin
    Team: Stadt Wedel
    Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

    Bin nicht viel gefahren heute
    und bin doch weg gewesen.
    Hab nicht viel geschrieben heute,
    Hab gelesen,
    Über Seiten reiten,
    mich in Buchstaben vergraben,
    morgen wieder raus an den Lenker,
    Morgen bin ich wieder Fahrer,
    Heut bin ich Denker.

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    Glück satt nach Glückstadt

    Bild Geschrieben am 07.06.2018 von Sven Kamin
    Team: Stadt Wedel
    Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

    Nach Glückstadt verließ sie das Glück, so schien es,
    Sperrwerke gesperrt (naja, das ergibt schon Sinn, wenn man es genau betrachtet),
    Buckel-Zuckelpisten,
    statt nach vorn nach Elmshorn,
    Fliegenschwärme, Sattelplatzer,
    Sonnencreme-Tränen und Schienbeinkratzer.

    Glück sieht anders aus sollte man meinen,
    mit Sehnsucht nach Hause und Blei in den Beinen,
    sieht es aber nicht,
    und dennoch ist es wohl eher
    Glück auf den zweiten Blick.

    Denn welch Glück doch ein paar Extrakilometer
    an der Seite eines guten Gefährten sind,
    merkt man erst später.
    Und schenken nicht dichte Insektenschwärme,
    kühlendes Prickeln in dieser Wärme,
    Und auf den Straßen, die nach Hause führen,
    zeigen Kratzer und Tränen: Du kannst dich noch spüren.

    Und verführt nicht ein geplatzter Sattel
    zu einer amtlichen Sattel-Rap-Battle?!??!?
    A: Hey Sattel, yo, Mann, ich will dich besitzen.
    Im Sattel Schokolade essen und im Sattel schwitzen,
    Du bist so gut und breit Mann, du rettest meinen Hintern,
    Hey, Sattel, wie gern würde ich auf dir mal überwintern,
    Aber das ist dir egal du antwortest mit Zerfetzung,
    ich bin der Verarschte wie ein Miethai bei Hausbesetzung.

    Sattel, Sattel, wie siehst du denn aus?
    Sattel mit dir fahr ich so nicht raus.

    B: Hallo, Hallo, spricht da etwa mein Besitzer,
    mein rücksichts- und gedankenlos in die Radhose Schwitzer,
    ich streike und ich sitz das aus und wenn ichs nicht besser wüsste,
    würd ich sagen lieber Arsch, du schiebst heut besser deine Kiste.
    Ich mach das nicht mit, nicht mehr ständig im Schritt,
    und jetzt geh mal zu Fuß, denn auch das hält dich fit…

    Und welch ein Glück ist es, so lang zu fahren, dass die letzten Strahlen der Sonne uns rot am Ziel bescheinen.
    Ist das nicht ein Glück?
    Das will ich meinen.

    (Itzehoe-Glückstadt-Elmshorn-Wedel, 6.7.2018)

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    Zusammen weiter

    Bild Geschrieben am 06.06.2018 von Sven Kamin
    Team: Stadt Wedel
    Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

    Willst du schnell fahren, dann fahre allein.
    Willst du weit fahren, dann fahr mit anderen.

    Wieso denn das?

    Die anderen ziehn dich und schieben dich nicht,
    Und nein, sie nehmen auch dein Gewicht,
    Nicht auf ihre Schultern.
    Sie vermeiden keine Steigung,
    Sie ebnen keine Wege,
    Sie wechseln dir nicht mal die Bremsbeläge,
    Sie wollen nicht sausen
    Sie wollen Pausen
    Und du willst es auch.

    Aber nach solchen Pausen an lauschigen Plätzen,
    Da helfen sie, dich in Bewegung setzen,
    Sie zerbrechen zermürbende Eintönigkeit,
    Du schaust nicht auf den Tacho,
    Auf Tempo und Zeit,
    Ihr sprecht über gestern,
    Ihr sprecht über heute,
    Ihr sprecht über Urlaub,
    Ihr sprecht über Leute,
    Ihr staunt zusammen über
    Sonnenstrahlen-Kathedralen
    Ich sprecht über Wege und Ziele,
    Und am Ende auch über Computerspiele.

    … und rumms, bist du da.

    Willst du schnell fahren, dann fahre allein.
    Willst du weit fahren, dann fahr mit anderen.

    (Nach Itzehoe, zu zweit, 5.6.2018)

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    Itze-wo!??!!

    Bild Geschrieben am 04.06.2018 von Sven Kamin
    Team: Stadt Wedel
    Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

    Itze-wo? Itzehoe? Itze-no!! Itze-wieso?!?!
    Das inzwischen schon eine Woche geübte
    Hochheilig geschworene Radfahrgelübde,
    Steht einen Moment kurz vor dem Scheitern
    Es sei denn, ich schaff es, den Kreis zu erweitern,
    Meinen Aktionskreis, den Radius,
    Weil ich morgen zum Workshop nach Itzehoe muss.

    Diesen Termin hatt ich nicht auf dem Zettel
    und jetzt tobt sie, die Engelchen Teufelchen-Battle
    Teufelchen: “Ach Diggi, man mach dir doch bloß nicht ins Hemd, morgens ganz früh ins Auto wenn jeder noch pennt,
    merkt doch keine der Socken, ist schnell und bequem,
    du pennst gemütlich aus und das Schweißband bleibt trocken."

    Das Engelchen aber das haucht mir ins Ohr: "Dass du andre bescheißt, kommt vielleicht noch mal vor, aber Gelübde gebrochen nach nicht mal zwei Wochen, da hätt ich mich bestimmt vor mir selber verkrochen. Du bist doch ein Guter, hast andere Pläne, Nur 50 Kilometer, denen zeigst du die Zähne. Und das Ziel, ja das Ziel ist doch viel mehr wert als Geld, wenn du morgen ins Ziel rollst dann bist du der Held”.

    Und so streiten sich die beiden um mein Gewissen,
    und ob ihrs glaubt oder nicht, mir geht es echt beschissen,
    und während sich der Teufel un der Engel anschrein,
    entscheide ich mich für die harte Tour und packe Proviant ein.

    Itze-no? Itze-yo! Itze-so: Itze-go!

    (Am Vorabend zur Itzehoe-Tour, 4.6.2018)

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    Die Speiche

    Geschrieben am 03.06.2018 von Sven Kamin
    Team: Stadt Wedel
    Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

    Das Leben der Speiche
    ist immer das gleiche.
    Zwar geht’s immer rund
    doch schnell hat sie alles gesehn und
    war ganz oben
    war ganz unten
    stieg auf,
    stieg ab,
    sah graue Wegesränder
    und auch die bunten,
    sah Berge und Täler,
    den Deich und das Meer
    Und stets war sie die gleiche,
    mit Speichenstolz,
    denn sie war ja eine Speiche
    und nicht irgendwer.

    Und bei all dem hat sie sich nur gerade gemacht,
    niemals geklagt und auch niemals gelacht,
    hat sich immer und immer und immer und immer und immer nur gerade gemacht.
    Niemals krumm.
    Das war dumm.
    Denn sonst hätte sie mal richtig rumgeeiert,
    in Achten geschlackert,
    das Schlackern gefeiert.
    Das ist nicht passiert.
    Sie hat perfekt zentriert
    Die Schlackerkollegen verächtlich verspottet.

    Morgen wird sie ganz gerade in der Presse verschrottet.

    (3.6.2018)

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    Leise CO2-fel am Strand

    Bild Geschrieben am 03.06.2018 von Sven Kamin
    Team: Stadt Wedel
    Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

    Es ist der wohl einsamste Ort, den ich kenne.
    Der Wind rauscht im Ufergras,
    der Schrei der Möwe hallt nach
    im Dunst der kühl und still
    über dem großen Wasser steht.

    Allein. Auf dem Strand heute Nacht.
    Die Lagune ist verwaist.
    Und eine Ahnung von Unendlichkeit
    Treibt mit dem Strom zum Meer.

    Da teilt ein Bug die Wellen
    ein Hotel pflügt stampfend durch den Fluss
    Die gleißendere Aura von Farben und Lichtern,
    Musik und Maschinen
    Schleudert Flutlicht in die Nacht.

    Es dröhnt, stampft und gleißt, dem Ozean entgegen,
    Ich schau ihm nach
    bis es hinter der Biegung verschwindet
    Dann schaue ich stumm auf mein Rad.
    26 Kilo CO2 hab ich nach einer Woche schon gespart.
    Und Ich fühl mich ganz plötzlich allein.
    Auf dem Strand heute Nacht.

    (Bike Night, Hetlingen, 2.6.1018)

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    Amphitermin (Regennacht)

    Bild Geschrieben am 02.06.2018 von Sven Kamin
    Team: Stadt Wedel
    Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

    Platsch, patscht es träge noch auf den Asphalt
    Doch schon bald treiben tollende Wolken
    Die Schwüle fort aus Cafés und Hecken
    Die Strecke führt weiter hinaus in die Nacht.

    Im Schatten einer Scheune schnauft ein Hofhund in der Finsternis.
    Ob er träumt? Ob er lauert?
    Am Horizont feuerwerkt ein Gewitter
    Türmt Wolkenberge wie zum Spaß in schwarze Nacht
    Und spielt sich müd, bevor der Tag anbricht.
    Der Tisch ist angerichtet, reich gedeckt,
    Laufen und rinnen, plätschern und spritzen
    Pfützen und Tropfen, Sale und Lachen
    Über edles Holz.

    Amphibien froschen aus feuchtschwankem Gras
    hinaus auf den Weg
    In den Weg
    Aus dem Weg!
    aus dem Weg!
    Doch die Kröte hockt und wartet still in Todesverachtung
    stumm ergeben auf ihr Schicksal aus dem Lichtstrahl
    und wundersam zieht es vorbei sucht diesmal sich ein andres Opfer noch.

    Der Regen schlägt härter jetzt durch das Textil
    Und läuft und rinnt in Bächen über dampfende Haut.
    Warmer Boden atmet fruchtbar ein und aus
    Dampft ein
    Und aus
    Und ein
    Und aus

    Der Scheinwerfer
    Hebt dunstige Gestalten
    Weiß aus heißem Boden
    Bevor er kühn sie dann zerteilt
    Und nicht mehr sieht
    Wie wirbelnd Sie zerstauben.

    So wirft sich Regen auf das Pflaster und dampft als warmer Dunst empor
    Durchdringt durchnässt bis in die Seele
    Die Lungen pumpen klare Kühle.
    Zu schwer drückte die Hitze schon seit Tagen.
    Das Wasser ist da und treibt sie
    Hinunter zum Hafen und schließlich zum Meer.
    Nun peitscht er auch dich vor sich her.
    Reinigt dich aus- und auch inwendig
    Du bist nicht nur nass in dieser Nacht,
    In dieser Nacht bist du lebendig.

    (1. Juni, 2018 Nächtliche Fahrt über Holm und Heist)

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    kAPPutt und APPgestürzt

    Bild Geschrieben am 31.05.2018 von Sven Kamin
    Team: Stadt Wedel
    Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

    Was ich hab?!? WAS ICH HAB?!!!?
    Die App kackt grad ab,
    Und nimmt zwölf Kilometer
    Mit sich ins Grab.
    Ich BIN doch ganz ruhig,
    Kannst du mich mal lassen,
    Aber sag mir doch irgendwer
    Bitte mal was‘n
    So schwer daran ist
    Eine Tour zu erfassen?

    Man radelt kurzweilig
    Und erst ganz scheinheilig,
    Tut die Mistkiste so
    Als sei alles o-
    Kay
    Und es sammelt die Meter auf dem Display

    Ein Kilometer
    Zwei Kilometer
    Drei Kilometer
    Ich speichere später
    Kilometer vier, fünf, sechs und sieben
    Noch sind die Kilometer
    auf dem Display geblieben.
    Kilometer acht, neun und zehn
    Klar auf dem Smartphone zu sehn.
    Ja so kann’s weitergehen
    Nach der elf kommt die
    KACKE, das Display wird finster
    Die APP hat ne Macke
    Als das Ding wieder angeht,
    Zeigt das Streckenbuch ZERO
    Wer glaubt mir denn jetzt noch,
    Dass ich ein Radhero quasi Giro d‘Italia
    Bin, alles aus, alles hin.
    Wofür mach ich den Dreck, bitte?
    Warum ist das jetzt weg, bitte?
    kAPPutt,
    APPgeschmiert,
    APPgeraucht,
    Die mickrigen KarmAPPunkte
    Wohl schon verbraucht.

    Shit HAPPens ja mal,
    Aber warum klappt hier
    verdammt nochmal
    nichts. Die Selbstbeherrschung
    geht kurz vor die Tür.
    Ich raste jetzt aus
    und ich Könnt mich vergessen
    Liebling, die kack APP hat die Kilometer gefressen.

    Dieses Spy-4.0 Handy
    trackt mich doch grundsätzlich 24 Stunden am Tag
    Und in der Woche sieben Tage.
    Warum ist diese App dazu nicht in der Lage?!!?

    Mir langts. Dann halt anders.
    Mich auf Schritt und Tritt tracken,
    ganz ohne Anlass,
    Hey StadtradelAPP,
    Da gibts wen, der kann das.
    Mir reichts jetzt, denk bloß nicht,
    dass ich dich veräppel:
    Ich frag jetzt die Profis
    Bei Google und Apple.

    (31.5.2018. Kloevensteen Moorrege reloaded)

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    Das Ziel

    Bild Geschrieben am 30.05.2018 von Sven Kamin
    Team: Stadt Wedel
    Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

    Der Weg ist das Ziel.
    Das Weg ist das Ziel.
    Das Wegsein ist viel.
    Das Dasein ist mehr.
    Das Ziel ist das Meer.
    Das Ziel das ist Kiel.
    Kiel? Nein!
    Kiel wär zuviel.

    Der Zweck der ist weg.
    Der Zweck ist der Weg.
    Weit weg führt der Weg.
    Doch er führt auch zurück.
    Zurück? Nach Osnabrück?
    Nein, das wär verrückt,
    Zeugt nicht von Geschick.

    Der Weg führt zum Hafen.
    Wo Stege sich trafen.
    Ein Steg kann nicht schlafen.
    Der Steg der ist wach.
    Wer fegt denn das Dach?
    Das Dach? Ach.
    Wo ist Offenbach?
    Nein! Andernach?
    Nein! Gummersbach?
    Berg Karabach?
    Nein! Da gibt es Krach

    Da sein am Gewässer,
    Das macht die Welt besser.
    Der Weg führt zum Deich.
    Jetzt gleich, jetzt gleich.
    Der Zweck ist die Strecke.
    Jetzt rum um die Ecke
    Und wumm in den Sattel.
    Der Weg ist dabei
    Vielleicht gar nicht so wichtig,
    Denn stehst du am Ufer,
    Dann bist du frei.

    Zum Haseldorfer Hafen (30.5.2018)

    Bild

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    As-Wald

    Bild Geschrieben am 29.05.2018 von Sven Kamin
    Team: Stadt Wedel
    Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

    Ein Baum und ein Baum
    und ein Baum ist ein Wald
    In der Sonne ist’s heiß
    Und im Schatten ist’s kalt.

    Ein Baum und ein Baum
    Und ein Baum und Asphalt
    Asphalt liegt auf der Straße
    Und ein Baum steht im Wald

    Ein Bussard schwingt sich herab
    Ein Arbeiter sperrt ab.
    Ich hab Durst und ich hab.
    Eine Flasche am Rad.

    Ein Baum und ein Baum
    Und ein Baum und ein Halt.
    Aufenthalt
    Aufenthalt
    Aufenthalt
    Aufent Halt!

    Und schon bald führt ein Baum
    Und ein Baum auf Asphalt.
    Und Asphalt schließ- und endlich
    Hin zum letzten Halt.
    Dieser Fahrt,
    Auf dem Rad.

    (29. Mai 2018)
    Tour durch den Kloevensteen und die Baustelle in Appen.

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    Aus der Tiefe empor

    Bild Geschrieben am 29.05.2018 von Sven Kamin
    Team: Stadt Wedel
    Kommune: Wedel im Kreis Pinneberg

    Jetzt steht es im Keller,
    Jetzt steht es im Loch
    Und wenn’s keiner geholt hat,
    Dann steht es da noch

    Quietschend rasselt das Tor hernieder,
    Wer sich in dieses Loch wagt,
    den sieht man nicht wieder.
    Hier kriegt keiner Gage,
    Hier kommt man in Rage,
    Doch kein Ausweg, keiner,
    Führt aus dieser Lage
    Heut fraß diese Grotte
    Die düstere Grotte,
    Mein Auto, mein Auto,
    Auf dass es verrotte
    Hier still zwanzig Tage
    In der Rathausgarage.
    Und aus dem Verhau,
    Aus dem Käfig aus Draht,
    Da schenkt mir das Schicksal
    Ein Rad für die Fahrt.

    Ein Lenker zum Fassen,
    Pedale zum Treten,
    „Hey, Schicksal, ich hatt‘
    Um ein E-Bike gebeten.“
    Doch das Schicksal bleibt hart,
    Und ist nicht zu erweichen:
    Keine E-Bremsen, und keine E-Speichen,
    Und kein E-Motor.

    Da hebt sich rasselnd
    Das Rolltor empor.
    Und ich Tor roll hinaus,
    Aus dem Dunkel ins Licht
    Was wird mir widerfahren?
    Ich weiß es noch nicht.
    Doch ich hab einen Helm,
    Und ich hab eine Brille,
    Mich treibt kein E-Motor,
    Nein, mich treibt nur der Wille.
    Nicht aus Eisen zwar,
    Aber irgendein Wille, der ist schon da.

    Ich kämpf mich ans Licht,
    Verlass Auto und Loch,
    Und wenn’s niemand geholt hat,
    Dann steht es da noch.

    (28/05/2018, Tag 1)

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