STADTRADELN-Star Blog: Wiesbaden


Stadtradeln die dritte Woche – eine Bilanz nach (kurzen) 21 Tagen

Bild Geschrieben am 28.06.2018 von Dennis Volk-Borowski
Team: Rote Radler Wiesbaden
Kommune: Wiesbaden

Ja, kaum zu glauben: Die 21 Tage Stadtradeln sind schon vorbei. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das so kurz vorkommen würde. Es hat mir überraschend viel Spaß gemacht, mich mit diesem hervorragenden Lasten-E-Bike fortzubewegen und mein Auto habe ich wirklich nicht vermisst, obwohl ich nach meinem eigenen Selbstverständnis eher ein Fahrradmuffel bin – bzw. war.

Jetzt habe ich schweren Herzens mein Leih-Rad zurückgegeben. Vielen Dank an die Organisatoren, den ADFC, die Firma Ries & Müller, und den Fahrradladen All Mountains. Übrigens: Hier kann jede/r ein E-Bike ausleihen und erproben und sicherlich auch bei jedem anderen Fahrradhändler. Ich denke, es wird nicht lange dauern, bis ich mir so ein Fahrzeug selber anschaffen werde.

Jetzt habe ich erst einmal ein eigenes, konventionelles Fahrrad erworben, gegenüber meinem Jugendrad ein Raumschiff. Ich kann feststellen, die drei Wochen konsequenten Radelns haben meine Kondition und meine Muskeln so gestärkt, dass ich auch ohne Motorunterstützung ganz unangestrengt die sanften Hügel zwischen meinem Arbeitsplatz und meiner Wohnung befahren kann.

Übrigens: Das Fahrradverleihsystem, das jetzt in Wiesbaden installiert wurde, soll in bald auch E-Bikes anbieten, die Erprobung des Prototyps startet in Kürze.

Auch wenn mir das Radeln sehr viel Spaß gemacht hat, habe ich natürlich gemerkt, dass am Radwegenetz in Wiesbaden einiges zu verbessern ist. Gut, dass das jetzt konkret in die Umsetzung geht. Ich habe in den drei Wochen aber auch abseits der großen Straßen Wege entdeckt, die für Radler sicherer sind. Eine gutes Sache also, auf Entdeckungstour zu gehen.

In vielen „Ampelgesprächen“, beim Warten auf Grün, und auch sonst, habe ich mit den Menschen übers Radfahren gesprochen und da wurde immer wieder beklagt, dass man sich auf dem Rad nicht sicher fühlt.

Da hilft eigentlich nur, trotzdem das Fahrrad zu nutzen, immer wieder mangelhafte oder zugewachsene Radwege beim Ortsbeirat zu melden, Schleichwege zu nutzen, die Stadt anders zu entdecken. Je mehr Menschen radeln, desto fahrradfreundlicher wird die Stadt automatisch werden. Es lohnt sich also, dran zu bleiben. Außerdem macht jeder Radfahrer und jede Radfahrerin zusätzlich für diejenigen Platz auf der Straße, die auf das Auto angewiesen sind. ;-))

Ich freue mich schon, im nächsten Jahr wieder mit zu machen. Vermutlich bin ich dann ja auch stolzer Besitzer eines eigenen E-Bikes. Auf jeden Fall werde ich öfter mit dem Fahrrad unterwegs sein, als vor meiner Zeit als „Stadtradelstar“.

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Zweite Woche Stadtradelstar – langsam wird Fahrradfahren zur Routine

Bild Geschrieben am 19.06.2018 von Dennis Volk-Borowski
Team: Rote Radler Wiesbaden
Kommune: Wiesbaden

In der zweiten Woche waren wieder viele berufliche Termine zu erledigen – etliches auch knapp hintereinander – da hatte ich im Vorfeld doch Bedenken, wie ich das ohne Auto hinbekommen sollte.

Nun, knapp zusammengefasst lässt sich sagen: Meine Befürchtungen haben sich ins Gegenteil verkehrt:
Mit dem E-Bike bin ich schneller und bequemer bei meinen Terminen. Ich komme gut durch und parke immer direkt davor. Staus interessieren mich nicht mehr, entweder trete ich ein bisschen schneller oder ich weiche auf Schleichwege aus, z.B. auf die Einbahnstraßen durch Wohngebiete, in denen man als Radler auch gegen die Fahrtrichtung fahren darf. Allerdings ist das mit Vorsicht zu genießen. Allzu sorglos sollte sich der Radler nicht darauf verlassen, dass die Autofahrer Fahrradgegenverkehr einkalkulieren. Selbst mit den Pictogrammen auf dem Boden, die es dem Autofahrer zeigen, kommt es schon mal zu gefählichen Situationen. Da fahre ich im eigenen Interesse sehr aufmerksam und defensiv, damit ich nicht unter die (Auto-)Räder gerate.

Dennoch, im Auto war ich in Staus immer gestresst und genervt, weil ich zu spät ankommen würde. Ich fühlte mich eher ausgeliefert, mit dem Rad kann ich etwas dagegen tun und das funktioniert. Sehr angenehm.

Am Dienstag war erst Sitzung im Rathaus, anschließend Planungsausschuss in den Horst-Schmitt-Kliniken. Ich musste also mit dem Rad von der Innenstadt zu den HSK. Fazit: Mit dem E-Bike kein Problem, eine schöne Strecke durchs Grüne und über Felder und trotz Steigung mühelos.

Am Wochenende musste ich vom Rüdesheimerstraßen-Fest zum Spielplatzfest in Frauenstein. Uff.
Aber es ging auch hier schneller und problemloser, als ich dachte.

Am Sonntag hatten wir Geburtstagsparty unseres jünsten Sohnes – verbunden mit „Rudelgucken“ des WM Spiels Deutschland – Mexiko bei uns. Also war einiges an Getränken zu besorgen: Eine Kiste Limo, eine Kiste Wasser, eine halbe Kiste Bionade und einige Sechserpacks Bier. Alles passte rein und zu schleppen gab es weniger, denn das Lastenrad kann bis direkt vor die Tür fahren.

So langsam bin ich so an „mein“ E-Bike gewöhnt, dass ich es eigentlich nach dem Stadtradel-Ende am liebsten behalten will. Jeden Tag genieße ich es, mit diesem Fahrzeug zur Arbeit zu fahren.

Nur die Kilos, die ich hoffte, zu verlieren, sind auf der Waage immer noch zu sehen. Aber vielleicht liegt es daran, dass meine Waden muskulöser geworden sind? Muskeln wiegen ja mehr, hab ich mal gehört…

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Fahrrad unschlagbar

Geschrieben am 13.06.2018 von Dennis Volk-Borowski
Team: Rote Radler Wiesbaden
Kommune: Wiesbaden

„Nun läuft das Stadtradeln schon eine Woche, und der Stadtradelstar hat noch nichts in den Blog geschrieben“.
Dabei liegt es nicht daran, dass Radfahren ein Zeitfresser wäre – es war einfach zu viel im Beruf los.
Ja, Radeln ist kein Zeitfresser, eher im Gegenteil: Ich habe jetzt bis auf einen Termin in Gießen alles mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigt – auch einen Termin in Mainz - und stelle fest, dass das viel Spaß macht, mir als Büromenschen die nötige Bewegung verschafft und obendrein schnell ist. Vor allem auf kurzen Strecken in der Stadt ist das Fahrrad echt unschlagbar. Da kommt kein Bus und auch kein individuell genutztes Auto mit.
Nachdem ich ja ein elektrisch unterstütztes Lastenfahrrad zur Verfügung habe, habe ich einfach mal ausprobiert, wie das mit dem Einkaufen geht, und bin erstaunt: Es passt viel rein, durch die Wendigkeit kann ich jederzeit auf dem Heimweg kurz anhalten und einkaufen, sogar ein Sprudelkasten kann mühelos mitgenommen werden und den gibt es nicht nur auf der grünen Wiese.
Ich habe sogar so viel Spaß an dieser ungewohnten Bewegung gefunden, dass ich mehrfach mal für eine Stunde drauflosgefahren bin und die Wege rund um Wiesbaden ausprobiert habe. Erstaunlich wie schnell man aus der Stadt raus durch Wiesen und Felder im Ländlichen unterwegs sein kann und auch schnell wieder zurück in die Stadt ist.

Das klingt jetzt nach einer Menge Spaß. Macht es auch. Aber die Mängel im Wiesbadener Radverkehrsnetz machen es mir schwer, den Spaß nicht zu verlieren. Auch ich bin schon auf diese Radwege geraten, die plötzlich enden, z.B. auf dem Weg nach Mainz, eben noch ausgewiesener Hessen-Radweg und dann endet der und ich muss mich in den laufenden Verkehr einfädeln – kein angenehmes Gefühl. Wenn es überhaupt weitergeht.
Auch wenn – mangels anderer Möglichkeiten – Radfahrer in beiden Richtungen auf einem schmalen Radweg unterwegs sind, das kann richtig gefährlich werden. So geschehen am Amöneburger Kreisel.
Auch stelle ich fest, dass ungepflegte Straßen für einen Autofahrer zwar unangenehm, für einen Radfahrer aber eine deutliche Beeinträchtigung sind. Man muss auf einer Abwärtsstrecke sehr aufpassen, nicht in Schlaglöcher zu geraten und so zu Fall zu kommen.
Hier ist eine Meldung an RADar fällig.

Eine Sache, die es inzwischen an vielen Kreuzungen gibt, ist die Halteposition für die Fahrräder vor den Autos, so dass die Räder deutlich sichtbar halten können und vor den Autos und somit geschützt – straten können. Eigentlich eine sehr gute Sache. Leider muss ich bemerken, dass viele Taxifahrer diesen geschützten Bereich der Fahrradfahrer nicht respektieren.
Ja leider.

Insgesamt aber ist die Bilanz nach einer Woche als Radelstar positiv.
Bald mehr von meinen schönste (ode auffälligsten) Fahrraderlebnissen.

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Los geht's!

Geschrieben am 03.06.2018 von Dennis Volk-Borowski
Team: Rote Radler Wiesbaden
Kommune: Wiesbaden

In den letzten Jahren habe ich das Fahrrad gemieden. Während der Schulzeit in Erbenheim war das Rad für mich zwar das Fortbewegungsmittel erster Wahl, nachdem ich dann aber in die Stadt gezogen bin, konnte ich nahezu alle Strecken zu Fuß zurücklegen oder mit dem Bus.
Dann wurden die Wochenendeinkäufe mit der wachsenden Familie größer und mit den politischen Ämtern auch die Termine in den Abendstunden und nicht nur in der Stadt häufiger. Also habe ich mir ein Auto angeschafft. Aber als Innenstadtbewohner spare ich damit nicht immer Zeit, denn Parkraum ist rar und die Straßen werden immer voller.
Das Stadtradeln ist für mich der Anlass, einen Selbstversuch zu starten. Welche Wege sind mit dem Fahrrad bequem zu fahren, wo ist es gefährlich für Radfahrer, auf was muss man achten, wenn man das Rad in seinen Alltag integrieren will, auf welchen Strecken ist das Fahrrad praktischer als andere Verkehrsmittel?
Ich bin gespannt auf diese Erfahrung und freue mich darauf.

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