Es geht los!

Bild Geschrieben am 06.09.2017 von Doris Ulfers-Brandt
Team: Offenes Team - Leer (Ostfriesland)
Kommune: Leer (Ostfriesland)

Lieber Stadtradler-/innen,
nachdem ich mich in letzter Zeit so häufig mit dem Thema "Stadtradeln" befasst habe, habe ich mich sehr über den lange herbeigesehnten Start am vergangenen Freitag gefreut.

Es musste jetzt endlich losgehen, auch weil die Aktion in letzter Zeit so häufig thematisiert wurde. Im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis habe ich für sie geworben. Bei Veranstaltungen, privaten Treffs - immer wieder getrommelt, Prospekte verteilt, selbst beim Bäcker wurden sie auf den Tresen gelegt.... Immer in der Hoffnung, es mögen noch ein paar Anmeldungen mehr werden.

Am Freitagmorgen waren schon gegen 6:00 Uhr morgens einige Kilometer auf der Habenseite für unsere Stadt verbucht. Später habe ich erfahren, dass die ersten 40 Kilometer im Leeraner Radelkalender nachts gefahren und gutgeschrieben wurden. Respekt vor dieser Leistung, Super!

Mein Weg zur Arbeit, von Heisfelde zum Rathaus, ist, lt. Radelkalender-App, 2,3 Kilometer lang. Diese kurze Strecke war also am Freitag mein erster Radelbeitrag zum Klimaschutz.

Ganz ehrlich - mit dem kurzen Weg zur Arbeit genieße ich ein Privileg. Das Privileg, mit dem Rad schneller als mit dem Auto zu sein, noch dazu ohne nervige Parkplatzsuche.

Nachdem ich jahrzehntelang unfallfrei mit dem Fahrrad unterwegs bin, hätte es mich am Freitag fast erwischt - in der Brunnenstraße, die "nicht ohne" für Radler/-innen, ist. Ich fuhr ziemlich zackig, mit einem relativ großen Abstand zu den parkenden Autos. Plötzlich die Situation, die mir Herzklopfen bescherte, das ich noch an ein paar Minuten später, als ich längst an meinem Arbeitsplatz im Rathaus war, spürte: Innerhalb von Sekundenbruchteilen sah ich, wie in der Zeitlupensequenz eines Films, dass plötzlich eine Autotür auf ganzer Breite aufgestoßen wurde. Ausweichen konnte ich nicht, da ich ja schon auf Höhe des Autos war. Ich registrierte, dass zwischen mir und dem äußeren Türrahmen noch maximal max. 3-4 Zentimeter Luft war, sah gleichzeitig den entsetzen Blick des Herrn, der die Tür aufgerissen hatte und realisierte auch, dass alles gutgegangen war - bis auf den tiefen Schreck.... Puh, das war eine richtig fiese Situation - ausgerechnet auf meiner ersten Stadtradeletappe....

Die Auftaktveranstaltung zur Leeraner Stadtradelaktion nachmittags vor der wunderschönen Kulisse des historischen Rathauses war sehr stimmungsvoll. Strahlender Sonnenschein, interessierte Altstadtbummler, bestgelaunte Radler/-innen, launige Ansprachen, Leckerlies, Präsente (auch ich gehörte zu den Beschenkten. Danke, lieber Karsten und lieber Ehler, für das liebevoll zusammengestellte Kraftpaket. Die ausgesuchten Spezialitäten schmecken ganz sich auch auf dem heimischen Sofa :-))
Dazu ein schönes Drumherum mit ungewöhnlichen Fahrradexponaten. Historische Fahrräder, wie z.B. ein rd. 100 Jahre altes fahrtüchtiges Damenrad, das im Vergleich zu heutigen Fahrrädern sehr cool wirkt, hochglänzende Rennräder, die schon Jahrzehnte auf dem Rahmen haben, ein kultiges Bonanzarad, blitzblank, im Originalzustand, 70er Jahre Miniräder und ein Mini-Minirad, dazu jede Menge Funktionsräder. Toll, das Fahrrad von Anton Scholtalbers, mit Zeltdach zum gemütlichen Übernachten.

Ein 12sitziges Monsterrad, genannt "Fahrradschiff" stand bereit für eine Tour durch Leer. Danke, Karsten, für Deine Überredungskünste, die mich in den Genuss dieses interessanten Gefährts kommen ließen. Skeptisch, mit heftiger innerer Gegenwehr, nahm ich Platz neben Bruno Schachner, der ebenso skeptisch war. Die ersten Meter mit diesem Gefährt auf der huckeligen Kirchstraße waren alles andere als geschmeidig. Aber dann fing der Spaß an. Wir traten alle kräftig in die Pedale und brachten das Fahrradschiff gut in Fahrt.

Unsere Fahrt hatte es in sich - denn wir machten gleichzeitig einen stadtgeschichtlichen Ausflug, dank Lena Scholtalbers. Frau Scholtalbers ist Stadtführerin und war mit an Bord des Fahrradschiffes. An stadthistorisch bedeutsamen Plätzen, wie z.B. der Kaakspütte, dem Teich in Leerort, dem Waageparkplatz, ging das Fahrradschiff jeweils kurz vor Anker, so dass wir den Beiträgen von Frau Scholtalbers lauschen konnten. Danke, liebe Frau Scholtalbers, das waren eine sehr interessante Stadtführung, die viel Spaß gemacht hat!

Wir sind fast 10 km mit dem Fahrradmonser/Fahrradschiff durch Leer gefahren. 10 km, die viel Spaß gemacht haben und wir den Fahrkünsten unseres Kapitäns, die uns schon fast virtuos, besonders in den engen Straßen der Altstadt, vorkamen. Danke, dem Kapitän! Er stand seiner Crew und den Gästen sehr gut bei :- ) .

An dieser Stelle auch ein ganz dickes Dankeschön an Karsten und Ehler für die tolle Auftaktveranstaltung. War klasse!

Am Freitag hatten sich rd. 1.100 Teilnehmer für das Stadtradeln in Leer angemeldet. Das waren ungefähr 100 mehr Anmeldungen als in Berlin. Das muss man sich mal vorstellen....! Wir in unserem kleinen Leer!

Durch die vielen Gespräche "ums Fahrrad", vor und während der Auftaktveranstaltung, stelle ich mittlerweile den schnellen Griff nach den Autoschlüsseln sehr in Frage. Für mich gilt es nun, dauerhaft Gewohnheiten zu hinterfragen - aber nicht nur während der Aktion, sondern vor allem danach.

Aber jetzt geht es weiter.... Zur Leeraner Stadtradelaktion gehört übrigens ein umfangreiches Rahmenprogramm. Feierarbendtouren, eine Radtour mit der Bürgermeisterin, auch eine mit dem Stadtbaurat. Näheres unter http://www.stadtradeln.de/leer .

Übrigens, Anmeldungen sind natürlich auch während der jetzigen Aktionszeit hoch willkommen. Entweder in einer Gruppe oder selber eine Gruppe mit anderen bilden. Im Zweifelsfalle melden Sie sich unter "Offene Gruppe" an. Und dann: "Jeder Kilometer zählt".

Herzliche Grüße, Doris Ulfers-Brandt

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