STADTRADLER-STAR Blog: Senden im Kreis Coesfeld


Fazit

Geschrieben am 12.07.2017 von Karina Mildner
Team: Die Klima-Radler: Agenda21Senden
Kommune: Senden im Kreis Coesfeld

Drei Wochen Stadtradeln sind vorüber, drei Wochen ohne Auto, drei Wochen Fahrrad intensiv. Und ich muß sagen, dass diese Zeit für mich eine echte Bereicherung war. So habe ich mich z.B. automatisch mehr bewegt als sonst und fast nebenbei viel Schönes gesehen und erlebt. Vor allem aber konnte ich eigene Denkmuster hinterfragen und habe im besten Sinne des Wortes erfahren, dass ich mit dem Rad sehr viel mehr Möglichkeiten habe, als bisher angenommen. Auch meine Einstellung zu Fahrrad-fähigen Distanzen hat sich deutlich verändert: vor dem nächsten Wochenendausflug werde ich doch erst einmal überlegen, ob die Strecke nicht auch mit dem Rad zu schaffen ist.
Und was hat das Ganze jetzt eigentlich für die Umwelt gebracht (schließlich der wichtigste Aspekt der ganzen Aktion)? Ich höre ja oft, gegen CO2-Anstieg und Klimawandel könne man sowieso nichts machen, und als Einzelner schon gar nicht. Doch man kann! Klar habe ich „nur“ 1000 Kilometer geschafft; aber unser kleines Senden insgesamt immerhin schon über 45.000km (das ist mehr als einmal um den Äquator – und das in nur drei Wochen)! Und wenn man den Experten glauben darf, müssen mindestens sechs Bäume (Buchen) jeweils 80 Jahre alt werden, um so viel CO2 zu binden, wie wir in dieser kurzen Zeit eingespart haben. Deshalb meine Überzeugung: wir können etwas tun, jeder Einzelne von uns – z.B. öfter das Auto in der Garage lassen und mit dem Rad fahren!
Bei so viel Positivem wird der ein oder andere aber auch zu Recht fragen, ob es denn so gar keine negativen Aspekte in den drei Wochen gab. Naja, mein Po hat sich schon immer wieder einmal gemeldet. Aber wenn ich mich nicht bewege, tut mir auch schnell der Rücken weh. Deshalb war das buchstäblich verschmerzbar. Anders sieht das schon bei der Qualität der Radwege aus. Zum Teil sind sie wirklich gut, nicht selten werden aber nach oben drückende Wurzeln, unerwartete Schlaglöcher oder Splitt im Kurvenbereich zu echten Gefahrenquellen. Das Aufstellen von Schildern mit dem Hinweis auf Radwegschäden reicht hier allein definitiv nicht aus! Am frustrierendsten für mich war aber ganz klar mein nicht existierender Orientierungssinn! Trotz der reichlichen, wenn vielleicht auch nicht immer ganz konsequenten? Beschilderung hier im Münsterland hab ich mich regelmäßig verfahren! Das bedeutet, dass ich mir dringend ein Navi zulegen muss, will ich doch auch nächstes Jahr wieder aktiv beim Stadtradeln mitfahren, vielleicht sogar wieder als Starradler?!

Ich wünsche allen Fahrradfahrern noch eine schöne Zeit und recht viel Spaß beim Radeln.
Und vielleicht bis nächstes Jahr,
Karina.

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Eine runde Sache

Bild Geschrieben am 10.07.2017 von Karina Mildner
Team: Die Klima-Radler: Agenda21Senden
Kommune: Senden im Kreis Coesfeld

Zweihundert Jahre Fahrrad, zehn Jahre Stadtradeln und 1000 Starradel-Kilometer für Senden – das nenn ich 'mal eine runde Sache!
Natürlich ist mir klar, dass das Kilometersammeln nicht meine Hauptaufgabe als Starradler war. Aber mit einem solchen Titel im Nacken will frau sich ja auch nicht blamieren! Also hab ich an den Feierabenden und Wochenenden immer noch ein paar zusätzliche Kilometer erstrampelt. Als dann die 1000 in den Bereich der Hochrechnungsmöglichkeiten rückten, wollte ich sie natürlich auch unbedingt erreichen. Und obwohl ich jetzt stolz wie Oskar auf meine Leistung bin ;-), möchte ich nicht vergessen, zwei Personen ganz herzlich für ihre Unterstützung zu danken: zum einen meinem Freund, der mich in den drei Wochen tapfer mit ausreichend Kalorien und gekühltem Radler versorgt hat, und zum anderen unserer Klimaschutzmanagerin, die nie einen Zweifel aufkommen ließ, dass ich als Starradler tauge und die mich zusätzlich, und wahrscheinlich unbewußt, durch ihre eigene Leistung stark motiviert hat.

Vielen Dank und bis bald (denn ein abschließendes Fazit folgt natürlich noch),
Karina.

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Himmelhoch jauchzend,

Geschrieben am 10.07.2017 von Karina Mildner
Team: Die Klima-Radler: Agenda21Senden
Kommune: Senden im Kreis Coesfeld

... zu Tode betrübt.
Gestern war ich so sauer, dass ich eigentlich gar keinen extra Blog-Beitrag dazu verfassen wollte (aber das Aufschreiben soll ja beim Verarbeiten helfen :-))!
Und dabei hatte der Tag ganz wunderbar angefangen. Bei herrlichstem Sonnenschein bin ich nach Lette ins Glasmuseum geradelt. Dort kann man (für einen Spottpreis von 3,00€ !) weit über 2000 Glasobjekte und –skulpturen in zwei großzügig eingerichteten Gebäuden eines alten Gutshofes sowie in einem traumhaft angelegten Garten bestaunen. Ich bin ja schon länger von Glas fasziniert, aber das übertraf meine Erwartungen um ein Vielfaches.
Glückselig machte ich mich nach einer kleinen Mittagspause wieder auf den Heimweg, als ich dachte, ich seh nicht recht: die Anzeige des Fahrradcomputers bewegte sich keinen Meter mehr vorwärts: 954,96 – und dabei blieb es! Zum Glück hatte ich bei meiner letzten Rast eine Hochrechnung gemacht: laut Wegweiser noch 18km nach Hause plus die 30 Arbeitskilometer morgen, und ich habe die 1000 als mein Fernziel knapp überschritten. Da der Routenplaner statt der 18 nur 15,2 km angibt, fahre ich heute Nachmittag sicherheitshalber noch einen kleinen Umweg – ich laß mir doch von einem Computer nicht mein schwer erarbeitetes Endergebnis streitig machen!!!

PS: Fairerweise muß ich hinzufügen, dass mich dieses kleine technische Ding bis dahin aber auch ziemlich zuverlässig motiviert hat.

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Kurios

Bild Geschrieben am 04.07.2017 von Karina Mildner
Team: Die Klima-Radler: Agenda21Senden
Kommune: Senden im Kreis Coesfeld

Es ist kurios: obwohl man mit dem Rad (meist) weniger Kilometer zurücklegt als mit dem Auto, sieht man oft sehr viel mehr; und nicht selten Dinge, die den Spaßfaktor noch erheblich steigern (hier einige Beispiele aus meiner eigenen Sammlung):

Ich wünsche allen Radlern ebenso tolle Fundstücke und speziell den Sendenern noch eine schöne und ergiebige letzte Stadtradeln-Woche.

Bis bald,
Karina.

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Theater, Theater

Geschrieben am 03.07.2017 von Karina Mildner
Team: Die Klima-Radler: Agenda21Senden
Kommune: Senden im Kreis Coesfeld

In der zweiten Woche hat es das Wetter nicht mehr ganz so gut mit uns Radlern gemeint; oder wie mein Freund es eines morgens ausdrückte: „Heute kannst Du mit dem Tretboot fahren.“ Ja, ich bin mehr als einmal ordentlich nass geworden. Aber 'mal ehrlich: was ist eigentlich so schlimm an einem warmen Sommerregen? Nach Ankunft in trockene Sachen geschlupft und gut ist!

Mein eigentlicher Praxistest bestand diese Woche allerdings in einem Theaterbesuch. Ich gebe es zu: ich hatte vorher tatsächlich überlegt, ob ich mir überhaupt eine Karte besorgen soll. Aber ein echter Starradler kneift nicht (im Nachhinein bin ich auch sehr dankbar dafür, denn der Abend war einmalig gut)!
Wo liegt dann das Problem, wenn es darum geht, zu Abendveranstaltungen jeglicher Art das Fahrrad zu nutzen? Erstens: bei Dunkelheit nach Hause radeln zu müssen. Aber im Herbst und Winter fahre ich doch morgens immer im Dunkeln zur Arbeit und abends ebenso im Dunkeln zurück. Das taugt also schon einmal nicht als Begründung (zumal es zur Zeit ja auch noch recht lange hell ist)! Das zweite Argument ist die späte Uhrzeit, zu der ich dann wieder daheim bin. Aber hallo: das Wochenende steht vor der Tür und ich kann ausschlafen, solange ich will. Und so viel länger als mit dem Auto brauch ich übrigens gar nicht, weil ich meist, um das lästige und teure Parkplatzproblem in Münster zu umgehen, etwas außerhalb parke und dann mit dem Rad ins Zentrum fahre.

Es scheint also ganz so, als ob es sich bei diesen Gründen einfach nur um schlecht inszenierte Stücke handelt, die sich einzig in meinem (unserem?) Kopf abspielen. Es wird Zeit, sie umzuschreiben, hin zu mehr Aktivität, Lebensfreude und, ganz nebenbei, zu mehr Umweltverträglichkeit!

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Tierisch gut

Bild Geschrieben am 29.06.2017 von Karina Mildner
Team: Die Klima-Radler: Agenda21Senden
Kommune: Senden im Kreis Coesfeld

...geht es in Woche zwei weiter.

Ich wünsche allen Mitradlern ebenso viel Spaß, wie ich ihn bisher habe,
Karina.

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Die erste Woche: ereignis- und lehrreich

Geschrieben am 26.06.2017 von Karina Mildner
Team: Die Klima-Radler: Agenda21Senden
Kommune: Senden im Kreis Coesfeld

Im Vorfeld dachte ich ja, meine erste Woche als Stadtradelstar wird ganz relaxed, ein bißchen zum Eingewöhnen. Aber weit gefehlt: sie war ziemlich ereignis- und lehrreich.

Ereignisreich
Neben der Eröffnungsveranstaltung im Alten Hof Schoppmann in Nottuln-Darup standen u.A. eine Kunstausstellung in privaten Gärten in Dülmen, Tagesausflüge nach Billerbeck und Nordkirchen, die Skulpturenprojekte in Münster sowie der Besuch des Stadtradel-Botschafters bei uns in Senden auf dem Programm.

Lehrreich
Erfreuliches
Ich war ja bisher immer der Überzeugung, dass ich mit den 15km zur Arbeit und abends wieder zurück bereits an meinem Leistungslimit liege. Pah, mehrere meiner Touren waren länger als 50km, und sogar die Baumberge hab ich bewältigt (immer mit dem Pedelec, versteht sich).

Ernüchterndes
Schon ab einer Distanz von mehr als zwei km benutzt die Mehrzahl der Einwohner des Kreises Coesfeld das Auto. Und um ehrlich zu sein, ab spätestens drei km war ich auch dabei! Aber damit soll jetzt Schluß sein; auch nach den drei Wochen!

Überraschendes
Die grüne Kiste mit Gemüse, Brot, Eiern und Käse, die ich jeden Dienstag in Münster abhole, war bisher immer die perfekte Ausrede, mit dem Auto zu fahren. Wer will schon die ganze Woche von grünem Smoothie und Rührei leben? ;-) Aber nach dem Praxistest in dieser Woche weiß ich, dass auch der empfindliche Salat den Transport mit dem Rad über diese Distanz gut übersteht.

Nachdenkliches
Der Stadtradeln-Botschafter erzählte uns, dass die Kampagne nicht mehr vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie vom Umweltbundesamt gefördert wird. Ob das das richtige Signal für mehr Umweltbewußtsein ist?

Schönes
Mit dem Fahrrad unterwegs habe ich in dieser Woche schon so viel Schönes erfahren (im doppelten Sinne des Wortes): zur Zeit den herrlichen Duft der Lindenblüten, die tollen bunten Wildblumensäume an den Feldrändern, landschaftlich schöne Ecken des Münsterlandes, Begegnungen mit netten Menschen, insbesondere auch freundlichen und rücksichtsvollen Autofahrern, ein bißchen Stolz auf die eigene Leistung und abends dann eine angenehme Müdigkeit.

So freue ich mich schon auf Woche zwei und bin neugierig, was sie mir alles bringt.

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Kilometer für Kilometer

Bild Geschrieben am 23.06.2017 von Karina Mildner
Team: Die Klima-Radler: Agenda21Senden
Kommune: Senden im Kreis Coesfeld

...so darf es gern weitergehen bzw. -fahren!

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Aller Anfang ist schwer

Geschrieben am 22.06.2017 von Karina Mildner
Team: Die Klima-Radler: Agenda21Senden
Kommune: Senden im Kreis Coesfeld

So, nun hat sie also angefangen, meine Drei-Wochen-Challenge. Aber so ein bißchen wußte ich ja, worauf ich mich einlasse, war ich doch schon vor einigen Jahren auf die Idee gekommen, die gut 16km zur Arbeit und abends wieder zurück mit dem Fahrrad zurückzulegen. Aus 16km werden in der Woche dann immerhin 160km!; für die Einen ein Klacks, für die Anderen ein echtes No-Go! Für mich damals eine Herausforderung, heute die Tagestour ein Klacks, das Wochenpensum noch ganz okay. Und weil ich somit weiß, wie schwer man sich als (unsportlicher) Einsteiger mit dem Berufspendeln per Rad tun, aber auch, dass man es schaffen kann, möchte ich hier als Einstieg in meine drei Starradler-Wochen einfach `mal meine persönlichen Erfahrungen weitergeben.
1. Pedelec
Die Anschaffung eines Pedelec (E-Bike, das bis 25km unterstützt, aber noch keine Zulassung benötigt), war meine beste Entscheidung. Es ist zwar kein Allheilmittel, unterstützt aber zuverlässig bei müden Muskeln, nicht enden wollenden Steigungen oder bei fiesem Gegenwind.
2. Ausrüstung
Ich bin kein Freund von großartiger Hightec-Ausrüstung, aber ein paar Dinge sollten schon sein: Helm (hat mir tatsächlich schon zumindest die Gesundheit, wenn nicht gar das Leben gerettet), gepolsterte Radhose (der Po sagt danke), Oberbekleidung nach Zwiebelschalenprinzip (morgens kann es noch recht frisch sein, abends dann glühend heiß), gute Regenbekleidung (v.a. atmungsaktiv, damit man nicht von innen nasser wird als von außen). Außerdem sollte, wer die Möglichkeit dazu hat, ein Paar Wechselschuhe auf Arbeit deponieren (es ist wirklich unangenehm, abends in die evtl. noch regenfeuchten Schuhe steigen zu müssen), und eine Warnweste kann auch nicht schaden. Für die Rückfahrt an sehr heißen Tagen ist auch eine Wasserflasche ratsam.
3. Kein falscher Ehrgeiz
Gerade in der ersten Zeit sollte es nicht um Höchstgeschwindigkeiten oder persönliche Bestzeiten gehen, sondern eher darum, die Strecke tatsächlich Tag für Tag zu schaffen. Also lieber `mal einen Gang runterschalten oder die nächsthöhere Unterstützungsstufe wählen.
Auf der anderen Seite sollte man aber auch nicht zu viele Ausreden parat haben, um doch lieber das Auto zu nehmen. Regelmäßigkeit muß schon sein; und wenn nicht gleich alle fünf Tage, dann doch mindestens drei pro Woche.
4. Belohnung
Ja, man sollte sich jeden Tag ganz bewußt darüber freuen, dass man den inneren Schweinehund überwunden und die Strecke geschafft hat. Und belohnen dafür darf man sich auch: ich am liebsten mit einem erfrischend kühlen Radler ;-)!
5. Vorteile bewußt machen
Ich weiß, am Anfang kann man vor lauter Muskelkater und müden Knochen bei bestem Willen keine Vorteile erkennen. Deshalb hier ein paar Beispiele:
Kostenersparnis, Streßabbau, kostenloses Herz-Kreislauftraining, freie Zeit für sich selbst, gratis Urlaubsbräune, ...
6. Genießen
Für mich der allerwichtigste Punkt: ich genieße die Fahrt in vollen Zügen: die wärmenden Sonnenstrahlen genauso wie den ein oder anderen erfrischenden Regenschauer, die Rehe und Eichhörnchen, das Vogelkonzert, den Duft der verschiedenen Blüten oder von frischer Walderde,... Manchmal halte ich sogar extra an, um ein Foto zu machen. Und in der dunkleren Jahreszeit staune ich über die Vielfalt der zahlreichen Autorücklichter oder spiele im Kopf anhand der Kfz-Kennzeichen ein bißchen Scrabble. Man kann sich so eine Fahrt durchaus schön machen!

Wie gesagt, diese Auflistung spiegelt meine ganz persönlichen Erfahrungen wider und erhebt somit keinerlei Absolutheits- oder gar Vollständigkeitsanspruch. Aber vielleicht verführt sie ja den Ein oder Anderen von einem „No-Go“ zu einem „Ich probiers `mal“.

Viel Spaß beim Testen und allen Mitradlern viel Spaß beim Kilometersammeln,
Karina.

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