STADTRADLER-STAR Blog: Detmold im Kreis Lippe


Oberes Emmertal und Bellenberg

Geschrieben am 06.06.2017 von Frank Möller
Team: Offenes Team - Detmold
Kommune: Detmold im Kreis Lippe

Endlich etwas Zeit für eine Radtour. Dieses mal zu meinen Lieblingsstrecken und Gegenden in Lippe/OWL. Das Obere Emmertal ist für jeden Radler der Region zu empfehlen. Genau so der Bellenberg, von dem man ein herrlich unverstelltes Panorame auf den Teutoburger Wald, bzw. das Eggegebirge hat.
Fast die Gesamt Strecke von Leopoldstal über Nieheim, Steinheim und Bellenberg kann man abseits irgendwelchen Verkehrs erleben.

Teilen: Facebook | Twitter | Google+

ÖPNV-Fahrrad-Monatskarte

Geschrieben am 03.06.2017 von Frank Möller
Team: Offenes Team - Detmold
Kommune: Detmold im Kreis Lippe

Da der Außendienst Teil meiner Arbeit ist, stellt mein Arbeitgeber seit Anfang Juni eine "Sechser"-Monatskarte der Preisstufe 7, also den gesamten Sechser-Bereich, zur Verfügung, die von mir und allen Mitarbeitern genutzt werden kann. Dazu gehört eine Fahrradmonatskarte. So kann ich alle Außendienste mit Bahn und Fahrrad erledigen, was so umweltfreundlich wie praktisch ist. Es macht einfach viel mehr Spaß in dieser Kombination unterwegs zu sein, als mit dem Auto die öden und viel befahrenen Bundesstraßen abzunudeln. Außerdem ist es nur schlüssig die Bio-Hofläden und Fahrradläden mit einem solchen zu besuchen.

So bin ich am Freitag von Lemgo aus in meine alte eimatstadt Bad Salzuflen gefahren, auf der Fahrradstrecke südlich der Ostwestfalenstraße. Die ist deutlich weniger schön als die Nordroute über Rhiene etc. Obwohl die Hangsteinstraße hinter Lieme als Fahrradroute ausgeschildert ist kommen einem dort rasende Sattelschlepper und PKW entgegen. Weiter Richtung Retzen wurde es ruhiger. Nach Retzen allerdings, entlang der Lemgoer Straße wird es für Radfahrer zunehmend unattraktiv. In Ehrsen wird der schmale "Radweg" sehr holprig und später bleibt nur noch ein "Schutzstreifen" übrig.

Ich mache dann einen Abstecher in die Schötmarer Innenstadt. Zunehmend wird die Fahrt Richtung Bad Salzufler Innenstadt zu einem deprimierenden Erlebnis. Eine völlig verbaute, hässliche Stadtlandschaft mit schlechten Radwegen entlang der Schloßsstraße und der Rudolf-Brandes-Allee, muss man wohl als Versuch der Stadt einordnen den Bürgern der Stadt das Radfahren zu vergällen. Wie soll man sich sonst erklären, dass es zwar eine riesige Kreuzung zum Shopping-Nirvana zwischen Schötmar und Bad Salzuflen gibt, aber auf der Schützenstraße GAR KEINEN Radweg gibt und auf der Schlossstraße, trotz sehr breiter Trasse nur eine Holpertrasse, die man sich mit den Fußgängern teilen kann/soll. Die Botschaft ist klar: "Kommt bitte nicht mit dem Fahrrad bei Marktkauf, Bioladen und Co einkaufen" - obwohl diese von allen Seiten recht gut zu erreichen und die Wege kurz sind, also ideal für das Fahrrad wären...

In der Innenstadt sehe ich dann, dass sich die großen lippischen Städte alle auf die gleiche Art Pflaster für ihre Fußgangerzonen geeinigt haben: hell und glatt soll es sein, damit Stiletto-Träger/innen unbeschwert flanieren können. Schön sieht das aber nicht aus, sondern kalt und beliebig. Sollte dieses Pflaster auch vor dem alten Rathaus am Markt verlegt werden, dann hätte man auch dieses Idyll in Bad Salzuflen verhunzt.

Überhaupt: wer BS noch aus den frühen 70er Jahren kennt, dem wird der langsame Niedergang dieser Stadt augenfällig, nicht so sehr in der Innenstadt, als in der Gründerzeit-Peripherie. Die alten Kur-Villen in denen die Pensionen untergebracht waren. Sind fast ausnahmslos durch die hässlichsten Umbaumaßnahmen bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Es wir in Deutschland zwar viel von Leitkultur geschwätzt, aber in Bad Salzuflen wird vielleicht geleitet, aber es fehlt die Kultur, zumindest in der Bausubstanz. Die wohl glorreichste Ausnahme ist das "Haus Waldesruh" an der Waldstraße. Hier kann man eine Jugenstilvilla sogar noch ganz im Original sehen. Die Fenster haben nicht einmal Doppelverglasung und mit der herrlichen Buche und dem großen Garten, ist es der Traum eines Privatschlösschens. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkm%C3%A4ler_in_Bad_Salzuflen#/media/File:BS_Waldstr-20_89.jpg

Spätestens mit dem Abriss des Hoffmannsstiftes an der Schlossstraße, wo seit dem das riesige Rathaus steht, fing der Niedergang an. Damit einher ging der Ausbau der Rudolf-Brandes-Alle zur "vierspurigen Stadtautobahn einher, die seitdem in die Bahnhofsstraße mündet. Die Bahnhofsstraße war früher eine idyllische Sackgasse, mit Kastanien gesäumt. Den Ausbau nahm man zum Anlass keine Hässlichkeit in der Kurstadt auszulassen, um den "Fortschritt", sprich den totalen Autowahnsinn, nach Salzuflen zu bringen. Davon hat sich die Stadt bis heute nicht erholt. Am Freitag Nachmittag spielt BS Großsstadt - ein bisschen Köln soll halt überall sein. Und so sieht es in NRW überall zunehmend gleich aus. Die Innenstadt glatt und kalt, der Autoverkehr drumherum abstoßend für alle, die nicht in einem Auto sitzen. Und in vielen Bereichen, gerade dort, wo die meisten Menschen einkaufen, fahrradfeindlich. Nach und nach wurden die herrlichsten Villen zerstört, um gesichtslosen Wohnblöcken zu weichen, wie z.B. in der Wenkenstraße. Auch Fachwerkhäuser in der Fußgängerzone wurden nach und nach gekeult und unser Widerstand dagegen erwies sich als offenbar zu schwach.

Glückwunsch, Bad Salzuflen!

Ein besonders persönlicher Verlust für mich ist der Abriss der "Asenburg" gewesen. Sie stand "Unter den Buchen" am Waldrand, am Ende der Waldstraße. Oft war ich dort als Kind mit der Familie zum Kaffee trinken. Auch dort ist BS gesichtslos geworden. Statt der Ausflugskuriosität stehen dort nun, wohl schon seit den 90er Jahren, zwei massive Wohnbunker...

Am Ende meines Aufenthaltes in Bad Salzuflen konnte ich dann Dank der Monatskarte in den Zug steigen und mir die völlig Zersiedelte Landschaft zwischen Bad Salzuflen, Lage und Detmold als Radelerlebnis sparen...

Teilen: Facebook | Twitter | Google+

Trauerfall

Geschrieben am 30.05.2017 von Frank Möller
Team: Offenes Team - Detmold
Kommune: Detmold im Kreis Lippe

Ein Trauerfall in der Familie hat meine Blog-Aktivität, und auch meine gefahrenen Kilometer, stark beeinträchtigt. Zwar bin ich jetzt vorerst öfter zwischen Detmold und Lemgo unterwegs, aber die längeren Touren fallen vorerst weg...

Trotzdem erledige ich weiterhin aller Wege mit dem Pedelec. Dabei muss ich einen Haushalt auflösen und einige Gänge zu Behörden und Institutionen erledigen. Alles kein Problem mit dem Fahrrad. Den Abtransport der Haushaltseinrichtung erledige ich eh nicht selbst, sondern der wird zum Schluss von einer entsprechenden Firma bewältigt. Das betrifft alle Gegenstände, die ich bis dahin nicht verschenken oder verkaufen konnte.

Teilen: Facebook | Twitter | Google+

Star???

Geschrieben am 23.05.2017 von Frank Möller
Team: Offenes Team - Detmold
Kommune: Detmold im Kreis Lippe

Ich finde es sehr bedenkenswert, dass man heutzutage schon einen "Star"-Status dafür verliehen bekommt, dass man drei Wochen lang "kein Auto von innen" sieht... Es zeigt wie weit wir uns von unserer Umwelt entfernt haben.
Ich habe Gott sei Dank kein Auto und fühle mich mit dem Pedelec mehr in Leben und Umwelt, als würde ich dauernd mit dem Auto von A nach B gurken. Immer in ein meist viel zu enges, oder, wenn nicht, ein viel zu großes Auto gestopft, abgeschirmt von der meist guten Luft, wegen der ich ja nach Detmold gezogen bin. Mit dem Pedelec erlebe ich die Jahreszeiten viel intensiver und ich komme immer angeregt zur Arbeit, ohne mich aber kaputt zu machen.
Das einzige was stört sind die viel zu vielen Autos. Der Verkehr auf der B238 von Detmold nach Lemgo z.B., die ich öfter fahre, ist absurd. Bis ins letzte Mini-Dorf tobt der Verkehr, weil alle auf dem Land leben wollen, weil, si den Verkehr in der Stadt nicht aushalten. Döh!!!
Und dauernd werden die Straßen verbreitert, neue Abbiegespuren gebaut (wie gerade am Abzweig Brokhausen) und die schönsten stadtnahen Biotope mit Umgehungsstraßen für immer zerstört. So geplant im Ilsetal in Lemgo oder für die B239 in Lage. Und immer mit dem Gestus der Politik, dass das ewig so weiter gehen müsse, weil wir ja sonst das "Wachstum" und somit den "Fortschritt" bremsen... Gleichzeitige macht sich aber eine große Mehrheit in Deutschland Sorgen wegen des Klimawandels... Man möchte also baden ohne nass zu werden. Viel Spaß!

Teilen: Facebook | Twitter | Google+