STADTRADLER-STAR Blog: Wolfenbüttel


Offene Wünsche

Bild Geschrieben am 04.06.2017 von Stefan Brix
Team: GRÜNE RAD-Fraktion
Kommune: Wolfenbüttel

Wie kann man den Fahrradverkehr verbessern und fördern? - Hier noch meine Wunschliste für Wolfenbüttel:

1. Tempo 30 in der gesamten Stadt als Regelgeschwindigkeit. Davon ausgenommen sollte nur ein Netz von "großen" Hauptverkehrsstraßen sein (Beispiele Adersheimer Straße, Neuer Weg, Verlauf der B79). Denn damit wird der Radverkehr auf der Straße attraktiv und peinliche Lösungen wir "Schutzstreifen" werden obsolet.

2. "Schutzstreifen" abschaffen oder ganz anders gestalten. - Wenn man sie anders gestalten wollte müsste man ein Pilotprojekt anstreben. Ich hätte da einen sehr rationalen Vorschlag, der aber auf dem ersten Blick komisch aussieht ...

3. Eine mit Steuergeld geförderte Leihstation für Lastenräder und ein Förderprogramm für Lastenräder wie in der Stadt München. Dort werden Lastenräder besonders gefördert, wenn sie im kommerziellen Einsatz ein Auto ersetzen. Potenzielle Nutzer wären beispielsweise Handwerker und Lieferdienste.
Die Leihstation könnte dafür ein erster Schritt sein, damit die zukünftigen Nutzer "mal ausprobieren können", wie so etwas funktionieren kann. Doch auch für Familien sind Leihlastenräder interessant: Allenthalben wird beklagt, das Eltern ihre Kleinkinder mit dem Auto in den Kindergarten bringen. Das kann ein Lastenrad für den Kindertransport viel besser. - Lastenräder sollten mit einem unterstützenden Elektromotor ausgerüstet sein, damit die Anstrengung auch bei voller Beladung überschaubar bleibt.

Ich selbst habe vor zwei Jahren ein Lastenrad für 10 Tage getestet und war sehr angetan von den Nutzungsmöglichkeiten. Auch vollbeladen fährt es eben wie "ein normales Fahrrad", also nicht wie "mit Anhänger" oder gar "LastenDREIrad". Mein Test erfolgte mit einem vollgefederten "Load" von Riese & Müller:
https://www.r-m.de/de/e-cargo/

Hannover hat sogar ein Netzwerk aus Leihstationen für Lastenräder unter dem Namen "Hannah" eingerichtet:
https://www.hannah-lastenrad.de

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Résumé

Geschrieben am 04.06.2017 von Stefan Brix
Team: GRÜNE RAD-Fraktion
Kommune: Wolfenbüttel

Drei Wochen ohne Auto bedeutete für mich fast keine Umstellung. Das liegt daran, dass ich auch bisher das Auto nur in Ausnahmefällen nutze:
1. für den Transport meines auf einen Rollstuhl angewiesenen Vaters (halbseitige Lähmung). Das hätte man zwar mit einem speziellen Lastenrad machen können, aber der Aufwand ein solches zur Verfügung zu stellen war einfach zu groß. Außerdem würde ich es einem Menschen jenseits der 80 Lebensjahre auch nicht zumuten wollen im Regen mit mir auf einem Lastenrad zu fahren. - Für mich ein sinnvoller Einsatz des Autos, den man dennoch zumindest im Sommer mit dem Fahrrad erledigen könnte. Der Aufwand dafür ist aber vergleichsweise groß, weil die Anforderungen sehr spezielle sind.
2. der Transport großer Lasten, für die ich normalerweise einen Anhänger hinter einem Auto benutze. - Zwar habe ich auch Lasten wie einen Drucker und einen Monitor mit dem Fahrrad transportiert. Das ist kein Problem. Doch würde ich Material sowie Schutt, welcher bei der Sanierung von Häusern anfällt weiterhin mit einem Anhänger hinter einem Auto transportieren. Für Lasten jenseits der 200 kg halte ich diese Vorgehensweise für angemessen.

Wofür man jedoch kein Auto benötigt und wofür ich den Gebrauch daher auch unangemessen halte, ist der Transport eines Menschen (mich selbst) in ca. 95 % aller Fälle des Alltags. Die restlichen 5 % mögen Menschen in Brautkleidern oder sonstiger Ausstaffierung sein, mit der das Radfahren schwer fällt (obwohl es nicht unmöglich ist!).

Wahrscheinlich kann daher jede/r seine Autobenutzung um mindestens 80 % reduzieren. Alles andere sind bloße Ausreden, weil man sien eigenes Verhalten nicht zu überdenken bereit ist.

Stefan Brix

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Hipster vs. Alltag

Geschrieben am 03.06.2017 von Stefan Brix
Team: GRÜNE RAD-Fraktion
Kommune: Wolfenbüttel

Wer sich gern so genannte "Neuheiten" im Internet anschaut wie ich, findet darunter auch viele für das Fahrrad:
Es gibt etliche wunderbar aussehende Fahrräder, die wer weiß nicht wie tolle Eigenschaften haben und "dich besser fahren lassen als jemals in deinen Träumen erhofft" - oder so. Beim näheren Hinsehen stellt sich dann aber heraus, dass die allermeisten dieser Produkte zwar eine besonders gute Eigenschaft haben (und meistens nebenbei auch gut aussehen), aber in der "Gesamtalltagstauglichkeit" ziemlich schlecht abschneiden.
Oft fehlen Schutzbleche und Beleuchtung, häufig auch der Gepäckträger. Da fährt der Hipster mit Umhängetasche meist bei bestem Wetter durch die amerikanische Großstadt und fühlt sich wohl und frei.
Nur bei Regen und Dunkelheit ist der noch nie gefahren und wahrscheinlich hat er auch noch nie etwas "Größeres" mit dem Rad transportiert. - Gut, die Bilder rücken das Radfahren in ein schickes Licht, doch gleichzeitig versprechen sie Dinge, die nicht zu halten sind.
Daher bleibe ich bei einem konventionellen Rad, das weniger schick ist , dafür aber funktioniert. Und wirklich Innovationen am Fahrrad sind das Ergebnis langer Tests auf Touren fernab der Hipster-Strecken.
Die wichtigsten Innovationen für das Alltagsrad waren in den letzten 30 Jahren meiner Ansicht nach folgende:
- der (getriebelose) Nabendynamo, allen voran natürlich der Schmidts-Original-Nabendynamo (SON), aber auch die recht günstigen Modelle von Shimano.
- die 14-Gang-Nabenschaltung von Rohloff, der Maßstab in Sachen Fahrradschaltungen, trotzdem sind die günstigen Schaltungen von Shimano mit 8 oder 11 Gängen auch empfehlenswert
- LED-Beleuchtung von Busch und Müller, nie wieder defekte Glühlampen wechseln
- Fahrradtaschen von Ortlieb, Vaude ist eine mögliche Alternative

Alle genannte Produkte sind unentbehrliche Zutaten für ein Alltagsfahrrad.

Eine weitere Innovation sind die elektrischen Antriebe, die heutzutage für ein Pedelec zur Verfügung stehen. - Elektromobilität gibt es schon lange bei der Bahn, inzwischen ist sie beim Fahrrad in einem Umfang angekommen, von dem die Automobilindustrie noch weit entfernt ist. - Und im Gegensatz dazu wurde sie bei Bahn und Fahrrad nie mit öffentlichen Geldern gefördert. Das sollte man vielleicht gleichwohl ändern.

Stefan Brix

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Intermodal auf Langstrecke - Das Fahrrad im Zug

Bild Geschrieben am 22.05.2017 von Stefan Brix
Team: GRÜNE RAD-Fraktion
Kommune: Wolfenbüttel

Wer viel mit dem Zug unterwegs ist weiß, dass oft die letzten fünf Kilometer am längsten dauern: Da gibt es lange Wartezeiten oder Busse fahren Umwege oder vielleicht auch gar nicht genau dorthin, wo man eigentlich hin möchte. Auch da hilft das Fahrrad im Alltag. Allerdings ist die DB AG im Personenfernverkehr - wenn es um das Gepäck geht - nicht gerade ein innovatives Unternehmen: Stauräume sind viel zu klein, oft nicht an den richtigen Stellen und ein wirkliches Konzept für den Gepäcktransport fehlt im Grunde völlig. Das trifft umso mehr für den Transport von Fahrrädern zu! Im ICE heißt es völlig Fehlanzeige, im IC ist es möglich, ein Fahrrad mitzunehmen, wenn man mindestens einen Tag vorher reserviert. Doch auch dann sind die Mitnahmegelegenheiten altbacken und - nun ja - einfach nervig. Gepäck kann aufgrund der Einstiegs- und Abstellsituation kaum am Rad verbleiben, alles wirkt irgendwie nach 70er/80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Nein, es wirkt leider nicht nur so ...
Was also tun? - Ein Patentrezept gibt es derzeit nicht, Reiseradler, die auf Radurlaub sind können hinreichend lange im Voraus planen und im (immer dünner werdenden) IC-Netz fahren. Meist nehmen sie auch längere Reisezeiten in Kauf.
Ich habe für meine Bedürfnisse ein ganz anderes Konzept gefunden: Ich fahre mit betont leichtem Gepäck und einem Faltrad, im ICE, schnell und ohne Zusatzkosten.
Für mich gibt es nur zwei ernstzunehmenden Falträder: das deutsche Birdy von Riese und Müller und das britische Brompton, eben von Brompton. Das Birdy ist vollgefedert und fährt wirklich herausragend gut, aber das Brompton faltet sich besser und vor allem wesentlich kompakter als das Birdy, daher ist der ideale Reisebegleiter meiner Wahl.
An einem Faltrad kann man aber nur schwerlich sinnvoll Gepäck befestigen, denn im Moment des Faltens muss das Gepäck abgenommen werden, was bedeutet, dass man auf dem Bahnsteig beim Ein- und Aussteigen plötzlich mit zwei Taschen und einem Faltrad dasteht, was unangenehm ist.
Daher ist meine Lösung, das komplette Gepäck mit Hilfe eines Rucksackes am Körper zu tragen. Derzeit benutze ich einen Ortlieb Kurierrucksack in dem ich Bekleidung UND einen weiteren Tagesrucksack verstaue (der ist am Zielort für mich unentbehrlich). So habe ich beim Ein- und Aussteigen immer eine Hand frei. Das Faltrad selbst ist mein einziges "gefühltes" Gepäckstück.
Ein Brompton lässt sich mit Rollen von Inline-Skates zu einem sehr folgsamen "Rollkoffer" aufrüsten (es hat bereits Rollen, aber nicht so schön leichtgängige). Der Aufbau eines Brompton erfolgt in Sekunden und die Fahreigenschaften sind prima, absolut ausreichend für tägliche Strecken bis ca. 10 Kilometer (einfach Entfernung).
Und: Nein, kleinen Räder rollen nicht "schwerer", allerdings laufen sie Fahrbahnunebenheiten mehr hinterher als große. Das ist aber auch alles.

Und ein letztes grundsätzliches Wort: Ein Faltrad täglich dieselbe Strecke im Zug mitzunehmen ist möglich, aber wohl der falsche Weg. Da ist ein Bahnhofsfahrrad wesentlich stressfreier.

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Ausstattung einer Abstellanlage (Teil 2)

Bild Geschrieben am 22.05.2017 von Stefan Brix
Team: GRÜNE RAD-Fraktion
Kommune: Wolfenbüttel

2. ein Reparaturständer mit Werkzeug und Luftpumpe (wahlweise Kompressor)
Hört sich verrückt an, aber wer einmal eine Panne hatte und noch fünf Kilometer zu fahren, der weiß das zu schätzen.

Hier das Beispiel mit Handluftpumpe, aber alles in sehr ordentlicher Qualität.

Link zum Hersteller:
https://www.bikefixation.com/product/deluxe-public-work-stand

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Ausstattung einer Abstellanlage, was macht sie attraktiv? (Teil 1)

Bild Geschrieben am 22.05.2017 von Stefan Brix
Team: GRÜNE RAD-Fraktion
Kommune: Wolfenbüttel

Fahrradabstellanlagen lassen sich für wenig Geld mit Ausstattungsdetails verbessern, die zunächst "wie Luxus" erscheinen, aber im Alltag einfach nützlich sind.

Zwei Beispiel seien genannt, da man in einem Beitrag innerhalb dieses Blog aber nur ein Bild veröffentlichen kann, in zwei Beiträgen.

1. Ein Verkaufsautomat für Schläuche
Denkt man gar nicht, dass es sowas gibt, aber es gibt nun mal alles. Nützlich, wenn man mit Platten zur Station (oder Box) schieben musste und auf dem Rückweg kurz mal eine Reparatur durchführen muss, um wieder beweglich zu werden. - Hier zeigt sich ein wesentlicher Vorteil der einfachen Konstruktion "Fahrrad", man kann ein Fahrrad tatsächlich noch selbst warten und reparieren. - Hoffen wir, dass es auch bei Pedelecs so bleibt.

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Warum ein Bahnhofsrad? - Kann da nicht Infrastruktur helfen?

Bild Geschrieben am 22.05.2017 von Stefan Brix
Team: GRÜNE RAD-Fraktion
Kommune: Wolfenbüttel

Im letzten Beitrag ging es um ein Bahnhofsfahrrad, dessen Aufgabe es ist einigermaßen diebstahl- und vandalismussicher zu sein und das nur nebenbei auch möglichst gut fährt. Nun soll die Frage gestellt werden, ob das überhaupt sein muss, so ein Rad zu benutzen. Kann man nicht sein Lieblingsrad (vielleicht auch ein Pedelec!) einfach sicher am Bahnhof abstellen? - Gibt es nicht eine dafür geeignete Infrastruktur?

Ja, die gibt es! - Fahrradstationen am Bahnhof, in unmittelbarer Nähe zum Gleis sind eine solche Infrastruktur. Es gibt im Wesentlichen zwei Konzepte:
1. Die Fahrradstation, die einem Parkhaus gleicht und in der es zwar keine explizite "Bewachung" gibt, aber oft Personal, das Pförtnerdienste erledigt oder im Idealfall eine ganze Fahrradwerkstatt betreibt, in der man Wartungs- und Reparaturarbeiten durch führen lassen kann.

Die nächste Radstation ist am Bahnhof in Braunschweig:

https://www.braunschweig.de/leben/stadtplan_verkehr/radverkehr/radstation.html
http://www.awo-bs.de/arbeitsmarktprojekte/radstation-am-hauptbahnhof.html

2. Fahrradboxen, die ein Fahrrad vor Witterung und Diebstahl schützen, die Möglichkeit bieten, auch Gepäck am Fahrrad lassen zu können und vielleicht auch durch einen Stromanschluss das Laden eines Pedelec ermöglichen.

Egal welche Variante man bevorzugen mag, wichtig ist bei beiden die Nähe zum Abfahrtsgleis. Wenn man hunderte Meter laufen muss (täglich!), nur um vom Rad zu Zug zu kommen, sind alle Vorteile der Intermodalität dahin und es nervt. Dann werden die Räder eben doch wild abgestellt und dann braucht man wieder ein Bahnhofsfahrrad.

Hier ein Beispiel einer Fahrradbox am Bahnhof Neckarsulm.

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Das Bahnhofsfahrrad - Intermodalität stressfrei gestalten

Bild Geschrieben am 15.05.2017 von Stefan Brix
Team: GRÜNE RAD-Fraktion
Kommune: Wolfenbüttel

Ein Fremdwort in der Überschrift? - Ich weiß auch nicht, ob das gut ist, aber vielleicht hilft es, das Wort und vor allem den Gedanken dahinter ins Bewusstsein zu rufen und so zu verbreiten.

Intermodalität im Verkehr bedeutet, die verschiedenen Verkehrsträger sinnvoll miteinander zu kombinieren, also z.B. das Fahrrad mit dem Zug. Darum soll es im Folgenden gehen.

Die wenigstens Menschen haben einen Bahnhof vor der Haustür und selten liegt der Bahnhof direkt am Zielort einer Verbindung, die man (manchmal täglich) zu bewältigen hat. Da hilft das "Bahnhofsfahrrad". Das Bahnhofsfahrrad ist ein einfaches, aber sicheres Fahrrad, das man am Bahnhof stehen lassen kann, ohne allzu große Begehrlichkeit bei Dieben zu wecken. Gegen Vandalismus hilft es nicht, aber dann ist der potenzielle Verlust nicht so schmerzhaft.

Ein Bahnhofsfahrrad ist im Allgemeinen ein Zweitfahrrad. Wer das Glück hat einen räumlich nicht wechselnden Arbeitsplatz zu haben (ist bei mir nur selten der Fall), aber nicht ganz Strecke mit dem Rad fahren will, der kann seine Mobilität mit einem Bahnhofsfahrrad optimieren. Denn eine Verbindung ist meistens mit der Kombination "Fahrrad - Zug - Fahrrad" viel schneller zu überwinden, als mit dem ÖPNV allein möglich wäre. Denn mit em Fahrrad zum heimatlichen Bahnhof und dann am Zielbahnhof mit dem dort wartenden Fahrrad zum eigentlichen Zielort erspart Umsteigewartezeit und macht Spaß.

Dafür kann man sich ein altes Fahrrad hernehmen und dieses "in Schuss" bringen und für eine Strecke von einigen Kilometern (täglich) fit machen. Dabei sollte man dennoch nicht allzu sehr sparen, denn das, was man täglich benutzt muss gut funktionieren und von guter Qualität sein, aber es darf durchaus "anspruchslos" sein.

Mein Bahnhofsrad ist das. - Ein altes Bastelprojekt (zerbrochenes 70er-Jahre-Klapprad) mal wieder mit neuen Räder (Nabendynamo/Trommelbremse vorn, 7-Gang-Nabenschaltung/Rollenbremse hinten) ausgestattet und alles ein bisschen überholt. - Fährt sich super.

Ein gutes Bügelschloss ist auch dran (der Halter dafür war viel zu teuer), so dass man es auch am Wochenende am Bahnhof stehen lassen kann.

Diese Rad hat derzeit noch meine letzte Leuchte mit Glühlampe in Betrieb ...

Also auf mit Rad zum Bahnhof!

Stefan Brix

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Anradeln - Mit den ersten Kilometern Licht ins Dunkel bringen

Geschrieben am 07.05.2017 von Stefan Brix
Team: GRÜNE RAD-Fraktion
Kommune: Wolfenbüttel

Ich bin noch gar nicht der "Stadtradler-Star" für Wolfenbüttel, weil ich erst Sonntagmittag inauguriert werde. Der ADFC in Wolfenbüttel ist mit seiner ersten Radtour aber früher dran und die will ich natürlich nicht verpassen.

Es ist eine Nacht-Radtour die um 0:00 Uhr, also dem frühest möglichen Termin zum Stadtradeln, startet. Vermutlich ist es dunkel, ganz sicher wird man Licht brauchen und das soll das Thema des ersten Blog-Eintrags sein.

Als Alltagsfahrer braucht man eine vernünftige Beleuchtung, über die man nicht nachdenken muss und die nicht nervt. So etwas gibt es seit ungefähr 15 Jahren zu einem sehr angemessen Preis zu kaufen. Davor war Fahrradbeleuchtung natürlich auch möglich, aber oft nervig. Ich da sehr bestimmt in meiner Meinung: Fahrrad fahren (im Dunkeln) ohne Beleuchtung geht gar nicht! - Ich bin nicht der "Speichen-Reflektor-Zähler" und auch für unkonventionelle Leuchten offen, aber der Grundsatz muss stimmen.

Wie geht es heutzutage mit dem Licht?

Man braucht nur vier Zutaten, alle sind gleich wichtig, alle müssen funktionieren, alle gibt es heutzutage in einer so guten Qualität, dass man sich normalerweise nach der Anschaffung kaum um das Licht kümmern muss:

1. Ein Nabendynamo im Vorderrad
Nur ein Nabendynamo ist zuverlässig und er hat die Beleuchtung am Rad erst wirklich stressfrei gemacht. Er läuft leicht, macht kein Geräusch, muss nicht gewartet werden und nutzt nicht ab. - Er liefert einfach elektrische Energie für die Leuchten. Natürlich in Spannung, Stromstärke und Frequenz abhängig von der Fahrgeschwindigkeit.
Und ja, für die Nachrüstung eines Nabendynamos muss das Vorderrad ausgetauscht werden. Das ist trotzdem der einzig sinnvolle Weg zu einer vernünftigen Beleuchtung.
Und noch etwas: Nein Batteriebeleuchtung ist für ein Alltagsrad niemals eine Alternative, ja genau: niemals, denn Batterien sind leer, wenn drauf ankommt oder man hat die Leuchten gar nicht erst dabei (weil sie meistens steckbar sind) oder sonst irgendwas passiert. - Allenfalls taugt Batteriebeleuchtung als Zusatzlicht (ich habe aber keine Lust sowas mitzunehmen und auf die Batterien zu achten) oder zur Beleuchtung eines Anhängers.

2. Ein Frontscheinwerfer mit LED als Haupt- und Standlichtquelle sowie integriertem Schalter
Seit es LED-Beleuchtungen für Fahrräder gibt, ist das Thema "Glühbirne" Geschichte. Ich fahre seit genau zehn Jahren mein Alltagsrad mit LED-Frontscheinwerfer und musste mich noch nie darum kümmern, leuchtet immer, leuchtet heller als es jedwede Form von Glühlampe davor konnte. Dabei ist der Energieverbrauch geringer und praktisch immer eine Standlichtfunktion integriert. Wartungsfrei: Ein so genannter Kondensator (keine Batterie!) wird während der Fahrt aufgeladen, speichert also Energie, die er im Stand an die Beleuchtung wieder abgibt, so dass man nicht unbeleuchtet beispielsweise auf einer dunklen Kreuzung steht.
Ein in den Scheinwerfer integrierter weißer Reflektor rundet das Ganze ab, um auch diese Vorschrift erfüllt zu haben.
Noch etwas zum Schalter. Es gibt in den meisten Frontscheinwerfern einen Schalter, der den Stromfluss zum Front- und Rücklicht unterbricht, das kann nützlich sein, aber im Grunde braucht man ihn nicht, denn das Licht kostet so wenig Kraft und verschleißt so wenig, dass man auch immer mit Licht fahren kann. Top-Modelle haben oft auch einen Lichtsensor, der die Beleuchtung automatisch einschaltet.

3. Ein LED-Rücklicht mit Standlicht und integriertem Reflektor
Seit es LED-Rücklichter gibt, gehört auch hier die kaputte Glühlampe der Vergangenheit an. Daher gilt es heutzutage nur noch das Problem der mechanischen Beschädigung zu lösen. Doch im Grunde ist auch dies keines mehr: Der einzig vernünftige Ort für das Rücklicht ist die Befestigung am Gepäckträger. Vielleicht ist es am Sattelrohr auch noch tolerierbar, aber keinesfalls auf dem hinteren Schutzblech. Dort kann der weitere vorgeschriebene Reflektor hin.
Die LED-Rücklichter sorgen auch für das sehr wichtige Standlicht nach hinten (wieder mit verschleißfreiem Kondensator).

4. Eine sauber verlegte zweiadrige Verdrahtung mit vernünftigen Flachsteckern
Hier sagt die Überschrift eigentlich schon alles. Der Rahmen wird heutzutage nicht mehr als elektrische Leitung benutzt, die Verdrahtung mit nur einer Ader ist Geschichte. Die Leitungen aus dem Fahrradzubehör sind relativ dünn, aber ausreichend. Man kann auch die dünnste erhältliche Lautsprecherleitung nehmen, die ist wesentlich dicker und noch haltbarer. Ob im Rahmen oder am Rahmen verlegt muss die Leitung ordentlich befestigt sein mit einer vernünftigen Schlaufe zwischen Gabel und Rahmen. Ein Kunststoffschutzrohr macht es an kritischen Stellen noch besser.

Das war's.

Huch? Nix von Speichenreflektoren und Pedalreflektoren usw.? - Ja sie sind vorgeschrieben und man sollte sie haben, aber das Entscheidende ist das funktionierende Licht. Speichenreflektoren halten eh nicht lange und heutige Reifen haben einen (zulässigen) Reflektor integriert (den man auch öfter putzen muss).

Es gibt auch Leute, die sich Warnwesten anziehen, wenn sie Fahrradfahren. Kann man machen, ich finde es übertrieben und da ich praktisch immer mit Rucksack fahren, wäre sie bei mir meistens verdeckt.

Sonst noch was?

Ja! - Was ich wirklich gern hätte, wären "Blinker", also Fahrtrichtungsanzeiger. Denn das Anzeigen der Fahrtrichtung ist wichtig, bedeutet aber beim Fahrrad, eine Hand vom Lenker nehmen zu müssen und das ausgerechnet in einer eher "besonderen" Situation, in der es (jedenfalls für die meisten Leute) besser wäre, beide Hände am Lenker zu haben. Hier wären Blinker ein wirklich tolle Sache. Allerdings habe ich noch keine gute Lösung gesehen.

Uih, ist ein langer erster Blog-Eintrag ... und nun:

Viel Spaß im Dunkeln mit vernünftiger Fahrradbeleuchtung!

Stefan Brix

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